~Rückblick~

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Hallo ihr Lieben,

endlich ist es so weit und wir haben versucht, das „Jahr Afrika“ in einer Art Resümee zusammen zu fassen. Wir sind nun wieder vier Monate in Deutschland (seit dem 19.11.2014) und wissen nicht genau, ob wir „schon“ oder „erst“ sagen sollten. Einerseits ist die Zeit seit der Rückkehr so schnell vergangen, andererseits hat sich in diesen Monaten so viel getan und verändert, dass wir manchmal nicht glauben können, erst vier Monate wieder hier zu sein. Doch zu unserer momentanen Situation erzählen wir euch später etwas, nun möchten wir noch einmal auf unser aufregendes Jahr in Afrika zurück blicken…

Im Oktober 2013 Wir verschifften unseren Landrover „Tembo“ von Hamburg nach Namibia und buchten uns selbst einen Flug für den 13.11. nach Johannesburg. Dort verbrachten wir eine Woche, bevor wir nach Windhoek/ Namibia flogen, um das Auto abzuholen. Voller Vorfreude und Spannung starteten wir Anfang Dezember 2013 in Namibia unsere große Reise mit Tembo und durchquerten folgende Länder auf dem afrikanischen Kontinent: Namibia, Südafrika, Lesotho, Botswana, Zambia, Zimbabwe, Mosambik (nur 100km Transit) , Malawi, Tanzania, Rwanda, Uganda, Kenia, Äthiopien, Sudan, Ägypten.

Von Ägypten nahmen wir die Fähre nach Iskenderun/ Türkei und fuhren über Alanya, Pamukkale und Istanbul nach Griechenland. Von Igumenitsa/ Griechenland nahmen wir erneut die Fähre nach Venedig und gelangten dann an einem Tag über Österreich nach Hause nach Deutschland. Wir sind insgesamt 42km gefahren und waren genau 1 Jahr und 5 Tage unterwegs. Das Auto hat bis auf ein paar kleine Reparaturen und einige Reifenwechsel zum Ende hin gut durchgehalten und wir auch!

Wir sind zurück!

Im Gespräch mit Familie, Freunden oder anderen Reiselustigen, werden wir oft gefragt, was uns denn auf der Reise am Besten gefallen hat und ob wir auch schlechte Erfahrungen gemacht haben.  Die Frage nach den schönsten Erlebnissen und Ländern ist schwer zu beantworten, da der Kontinent „Afrika“ so viele Seiten hat und jedes Land auf seine eigene Art und Weise einzigartig und besonders ist. Und wir haben ja eigentlich nur einen kleinen Teil des Kontinentes gesehen! Für einen längeren Urlaub eignen sich unserer Meinung nach besonders eine Reise nach Namibia/Botswana und nach Kenia. Namibia und Botswana wegen der wunderschönen Weite, der hohen Dünen und der einzigartigen Wildnis. Nach Kenia möchten wir noch einmal, weil dieses Land alles zu bieten hat: eine wunderschöne Küste, Berge, tolle Nationalparks (v.a. der Tsavo Park), interessante Kulturen (die Massai und Samburu z.B.) und einzigartige Seen (der Lake Turkana hat es uns sehr angetan). Besondere Highlight in Afrika waren für uns definitiv die Dünen in Sossusvlei/ Namibia und der Fallschirmsprung in Namibia, die Nationalparks in Botswana, der Besuch von Elefantenwaisenhäusern in Südafrika und Kenia, der schöne Malawisee, das Tauchen auf Sansibar/ Tanzania, das Gorilla- Trekking in Ruanda, der Turkanasee in Kenia, das Essen, die geführte Tour in die Danakil Senke in Äthiopien, die Pyramiden und die gastfreundlichen Menschen im Sudan und letztendlich das trubelige Kairo und die Tempel und Pharaonengräber in Ägypten. Ihr seht also jedes Land brachte für uns eine Besonderheit mit sich!  Sehr schön fanden wir auch, dass wir zwei Mal Besuch aus der Heimat bekamen! So flog Philipps Freund Boris im März 2014 zu uns für drei Wochen und wir reisten gemeinsam durch Botswana und Zambia. Im August 2014 besuchten uns Philipps Schwester Madeleine und ihr Freund Emu und wir gönnten uns einen zweiwöchigen Urlaub an Kenias wunderschönen Küste zwischen Mombasa und Shimoni.

Boris zu Besuch

Madeleine und Emu zu Besuch

Natürlich haben wir auch viele andere Reisende getroffen, von denen wir gerne mit einigen in Kontakt bleiben möchten. Alles in Allem waren wir jedoch erstaunt, wie häufig wir Campingplätze für uns alleine hatten und wie wenig junge Leute doch alleine mit dem Auto unterwegs sind. Die meisten Touristen, die für einige Monate reisten, waren entweder im Rentenalter oder mit einer geführten Tour unterwegs. Erstaunt waren wir darüber, wie viele mit dem Fahrrad lange Zeit reisen oder auch mit Motorrädern unterwegs waren.

Die Frage, ob wir uns jemals bedroht gefühlt und wirklich schlechte Erfahrungen gesammelt haben, lässt sich schnell mit einem „Nein“ beantworten. Wir wurden weder bedroht, noch groß überfallen (abgesehen davon, dass uns Straßenkinder in Addis Abeba unser Navi klauten) und an den Grenzübergängen wurden wir immer freundlich und respektvoll behandelt. Anstrengend waren einzig und allein die Grenzübergänge vom Sudan nach Ägypten und die Ausreise aus Ägypten. Hier mussten wir Schleuser viel Geld dafür bezahlen, dass sie uns durch die Grenzen halfen und jeder Grenzübergang dauerte sechs Stunden. Wir müssen jedoch auch dazu sagen, dass wir immer gut vorbereitet waren und stets wussten, welche Dokumente wir an den Grenzen parat haben mussten. Sonst hätten wir sicherlich an mehreren Grenzen länger warten, bzw. mehr Geld zahlen müssen. Die einzig unschöne Sache auf der Reise war, dass Philipp zwei Mal wegen Malaria im Krankenhaus behandelt werden musste, obwohl wir uns versucht haben mit Prophylaxe und Mückenspray davor zu schützen. Dies war aber eigentlich auch die einzig „unschöne Erfahrung“ auf der Reise und sie ging ja gut aus.

Natürlich waren wir an manchen Tagen besser gelaunt als an anderen und vor allem anfangs nach drei Monaten und zum Ende hin schlich sich eine Art Reisemüdigkeit und Übersättigung ein. Hier halfen oft Ruhe- und Verschnauftage und die Einsicht, dass wir einfach nicht alles sehen können!

Oft werden wir auch gefragt, ob das Reisen im eigenen Auto besser ist als das Reise mit Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Frage ist schwer zu beantworten, da jede Art von Reisen von Vor- und Nachteile hat. Mit dem eigenen Auto sind wir natürlich viel unabhängiger gewesen und mussten uns nicht mit unzuverlässigen Busplänen und vollen Minibussen herumplagen. Auch konnten wir mit dem Auto überall hinfahren und haben so viel Verschiedenes gesehen. Als Rucksacktourist bist du auf das Liniennetz der öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen und kommst ohne eigenes Auto auch nicht in die Nationalparks hinein. Ein Nachteil der Reise im eigenen Auto besteht darin, dass man sich doch in einer Art „Seifenblase“ befindet und nicht wirklich nah an den Menschen und Kulturen dran ist, wie man es eher als Rucksacktourist ist.

tembo khutse

Eine berechtigte Frage ist auch, ob wir beide uns nicht auf die Nerven gingen und häufig stritten. Nein! Obwohl wir  die ganzen Zeit aufeinander hockten (wir waren nur durch Philipps Krankenhausaufenthalt mal von einander getrennt und Franzi war einmal in Windhoek alleine 3 Std.  shoppen!) , haben wir uns bestens verstanden und gut als Team fungiert. Wenn einer von uns müde und gereizt war, ließen wir ihn in Ruhe und schnell entspannte sich die Stimmung wieder. Aber wir waren ja auch schon vor der Reise drei Jahre zusammen und kannten die Macken des Anderen gut. Die Reise hat uns noch näher zusammen gebracht und wir werden sicherlich unser Leben lang davon zehren.

Ob wir schon die nächste große Reise planen, werden wir auch oft gefragt. Sicher wollen wir noch mal nach Namibia und Kenia zurück, aber dann eher für einen 4 – wöchigen Urlaub und nicht noch einmal für ein Jahr. Wir haben das Jahr Reise mit dem Gefühl beendet, dass es nun auch reicht und wir gerne irgendwo „ankommen“ möchten. Obwohl wir Afrika auch mit einem weinenden Auge verließen, freuten wir uns auf Zuhause und einen Schritt ins gemeinsame Leben. Da wir beide unsere Wohnungen und Jobs vor der Reise gekündigt hatten, mussten wir uns nach der Rückkehr (19.11.2014)  bald mit der Frage beschäftigen: Wo arbeiten, wo leben? Wir entschieden uns für Potsdam und begannen schon im Dezember mit der Jobsuche und im Januar mit der Wohnungssuche.  Wir beziehen nun am 1.4. eine wunderschöne 4- Zimmer Wohnung in Potsdam und Franzi arbeitet Vollzeit als Sonderpädagogin an einer Berliner Grundschule. Philipp arbeitet im Moment noch als Luft- und Raumfahrtingenieur an einem Projekt in Köln, beginnt aber ab April eine Stelle bei Rolls Royce bei Potsdam. Unser „nächstes großes Abenteuer“ wächst gerade in Franzis Bauch heran und wir freuen uns auf diese nächste besondere Reise…

Vielen Dank  noch einmal dass ihr durch das Mitverfolgen des Blogs mit uns gereist seid und an uns gedacht habt. Danke für vielen lieben Kommentare und dass ihr für uns da wart, wenn wir euch gebraucht haben.

Wir umarmen euch,

Franzi und Philipp

wir

 

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Eine Antwort »

  1. meine Lieben, die Reise mit euch, dank dem Blog, war herrlich. Ich habe das Lesen immer genossen und freute mich über einen weiteren Punkt auf der Landkarte.
    Nun seid ihr hier. Ich bin gespannt auf eure Abenteuer zu dritt.
    Habt Dank für die tollen Berichte, die wunderschönen Fotos.
    In Liebe
    Claudia

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