Archiv für den Monat September 2014

Tour in die Danakil Senke und letzte Tage in Äthiopien

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Hallo ihr Lieben,

gerade sind wir in Gonder (West- Äthiopien) und verbringen unsere letzten Tage in Äthiopien, bevor wir am 1.10. in den Sudan einreisen! Die drei Wochen in Äthiopien waren herausfordernd, schwierig, interessant und wundervoll. Für dieses einzigartige Land braucht man viel Zeit, eine ordentliche Portion Kraft und gute Nerven. Von allem hatten wir nicht mehr viel im „Gepäck“, weshalb uns das Land ziemlich geschlaucht hat. Zudem machte auch das Auto schlapp, sprang oft nicht an und wir mussten 5x einen Reifen wechseln. Andererseits haben wir auch sehr viel gesehen und erlebt, das wir bisher noch nirgens kennen lernen konnten und die Zeit hier war einmalig und faszinierend. Wir sind beeindruckt von der kulturellen Vielfalt des Landes und den vielen Gegensätzen. Äthiopien ist auf jeden Fall eine Reise Wert, man sollte nur ein paar Inlandsflüge buchen, statt selbst mit dem Auto herumzugurken… 🙂

Ein besonderes Highlight war die viertägige geführte Tour in die Danakil Senke, die wir mit Ethio Travel Tours von Addis Ababa aus organisiert haben. Die Danaki Senke liegt im Nordosten  Äthiopiens in Grenznähe zu Eritrea, weswegen man hier nur mit einer geführten Gruppe hin darf und aus Sicherheitsgründen vom Militär begleitet wird.In unserer Gruppen waren wir insgesamt 8 Leute, von denen der Älteste 36 Jahre alt war. Die Danakil Senke, auch „Afar-Dreieck“ genannt ist einzigartig, da hier drei aktive Grabenbrüche aufeinander treffen. Die Erdplatten an den jeweiligen Flanken der Grabenbrüche streben auseinander, weshalb sich hier zukünftig ein Ozeanbecken entwickeln wird.  Als Folge dieser Dehnung wird die Erdkruste erheblich dünner und sinkt daher ein. Im Afar-Dreieck ist diese Dehnung bereits seit 30 Millionen Jahren im Gange, wodurch grosse Gebiete inzwischen bis zu 125 m unter dem Meeresspiegel liegen. Geologen gehen von einem  weiträumigen Absinken des Afar-Dreieck aus, demnach wird die Senke eines Tages vollständig mit Wasser aus dem Roten Meer  gefüllt sein. Wir standen also auf dem zukündtigen Meeresboden!

Auf unserer Tour standen folgende Punkte auf dem Program:

Tag 1: Fahrt von Mekele zur Danakil Senke,  Besuch des Salzsees „Lake Assal“ und schlafen unter freiem Himmel in dem Dorf Hamed Ela

Tag 2:  Dallol (einem der tiefsten und heissesten Punkte der Erde), Schwefelfomationen, Salzabbau und Kamelkarawanen ansehen, Besuch eines Wasserfalls,  Übernachtung bei einer Familie in einem Dorf

Tag 3: Fahrt zum Erta Ale Vulkan, nachmittags ausruhen, frühes Abendessen, um 20h Start des dreistündigen Aufstiegs, Nacht am Vulkan verbringen

Tag 4: Früh morgens den Vulkan bewundern, dreistündiger Abstieg, Frühtsück, Fahrt zurück nach Mekele

Am 21. fuhren wir von Lalibela (siehe letzten Berich) 9 Stunden nach Mekele, einer netten Stadt, von der aus am nächsten Morgen unsere Tour starten sollte. Wir schliefen hier im Yatse Johanis Hotel und verbrachten hier noch zwei Nächte nach der Rückkehr von der Tour. Nach einer langen Fahrt von der Mekele zur Danakil Depression kamen wir in dem kleinen Dorf Hamed Ela an und fühlten uns wie auf einem anderen Planeten. Es war so heiss, staubig und so einsam! Erstaunlich, dass hier wirklich noch Menschen leben! Von hier aus brachen wir pünktlich zum Sonnenuntergang auf zum nahegelenen Salzsee Assal und begegneten einer grossen Kamelkarawane, die alle Blicke und Kameras unserer Tourmitglieder auf sich zog! Der Salzsee beeindruckte uns sehr, das Salz sah aus wie Schnee und schimmerte herrlich in der Abendsonne! Wir genossen die Ruhe und Abgelegenheit und knipsten viele Fotos!

Karamelkarawanen

Karamelkarawanen

Kamelkarawanen

Kamelkarawanen

Salz wie Schnee!

Salz wie Schnee!

Wir auf dem Salzsee "Lake Assal"

Wir auf dem Salzsee „Lake Assal“

"Yogi" Franzi auf dem Salzsee

„Yogi“ Franzi auf dem Salzsee

Philipp springt übers Salz!

Philipp springt übers Salz!

Trockene Erde um den Salzsee herum

Trockene Erde um den Salzsee herum

Nach dem Bewundern dieses faszinierenden Sees fuhren wir zurück ins Dorf, wurden bekocht und krochen früh in die Betten, die für uns unter dem freien Sternenhimmel aufgestellt wurden.

Erste Übernachtung in einem Dorf unter Sternen

Erste Übernachtung in einem Dorf unter Sternen

Unsere Betten für die 1. Übernachtung unter Sternen

Unsere Betten für die 1. Übernachtung unter Sternen

Das Dorf, in dem wir die 1. Nacht verbrachten

Das Dorf, in dem wir die 1. Nacht verbrachten

Am nächsten Morgen brachen wir nach einem Frühstück früh auf, denn es sollte nach Dallol, einem der heissesten Punkte der Erde gehen!Dallol liegt bereits 116m unter dem Meerespiegel und das Thermometer im Auto zeigte hier schon morgens um 8h Temperaturen von 40 °C an. Puh haben wir geschwitz und es wurde immer heisser (bestimmt um die 50°C)! Aber der Anblick von faszinierenden Schwefelablagerungen und -formationen und brodelnden Potasiumgemisch (Kalisalze) war so beeindruckend, dass  Hitze und  Schweiss schnell nebensächlich waren.

"Dallol"; einer der tiefsten Punkte der Erde

„Dallol“; einer der tiefsten Punkte der Erde

Dallol

Dallol

"Dallol"; einer der tiefsten und heissesten Punkte der Erde

„Dallol“; einer der tiefsten und heissesten Punkte der Erde

Farbenprächtige Schwefelgebilde in Dallol

Farbenprächtige Schwefelgebilde in Dallol

Farbenprächtige Schwefelgebilde in Dallol

Farbenprächtige Schwefelgebilde in Dallol

Dallol

Dallol

Fazit: Schwefel stinkt!

Fazit: Schwefel stinkt!

Dallol

Dallol

Wir inmitten farbenprächtiger Schwefelgebilde in Dallol

Wir inmitten farbenprächtiger Schwefelgebilde in Dallol

Dallol

Dallol

Stinkende Schwefelgebilde

Stinkende Schwefelgebilde

Salzberge in Dallol

Salzberge in Dallol

Salzberge

Salzberge

Brodelndes Potasium- Gemisch

Brodelndes Potasium- Gemisch

Brodelndes Potasium- Gemisch

Brodelndes Potasium- Gemisch

Brodelndes Potasium- Gemisch

Brodelndes Potasium- Gemisch

Unser Militärschutz in Dallol

Unser Militärschutz in Dallol

Hiernach fuhren wir zu dem Ort Ragad (Assebo) an dem Salz abgebaut und auf Kamele verladen wird. Wir waren sehr erstaunt als wir die Arbeiter sahen, die bei 50°C mit ihren blossen Händen und einem Hämmerchen grosse Salzplatten aus dem Boden hauten und diese auf Kamele luden. Die Tiere werden dann in grossen Karawanen angeführt und erreichen nach einer Woche Fussmarsch (das muss man sich mal vorstellen bei der Hitze!) Mekele, wo das Salz abgenommen wird. Danach geht es für die Kamele und die Kameltreiber wieder eine Woche zurück in die Danakil Senke und das Spiel beginnt von Neuem.

Arbeiter beim Salzabbau

Arbeiter beim Salzabbau

Harter Salzabbau

Harter Salzabbau

Salzabbau

Salzabbau

Salz wird auf die Kamele verladen

Salz wird auf die Kamele verladen

Franzi mit den "Salzkamelen"

Franzi mit den „Salzkamelen“

Kamele als Salztransporteure

Kamele als Salztransporteure

Kamele als Salztransporteure

Kamele als Salztransporteure

Nun war es mittags und wir wurden in das Dorf Abaala gefahren, wo wir die 2. Nacht in dem Wohnzimmer einer  Familie schlafen sollten. Nachmittags machten wir einen Ausflug an einen Wasserfall, wo die Autos gewaschen wurden und wir auf viele Kinder trafen, die sich und ihre Kleidung wuschen. Schnell waren wir der Mittelpunkt des Geschehens und die Kinder posierten für Fotoaufnahmen! Abends erhielten wir in der Familie ein traditionelles äthiopisches Essen und wir fielen müde ins Bett.

Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort (Auto wird im Wasser gewaschen!)

Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort (Auto wird im Wasser gewaschen!)

Waschort Wasserfall

Waschort Wasserfall

Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort

Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort

Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort

Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort

Neugierige Mädels am Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort

Neugierige Mädels am Wasserfall an unserem 2. Übernachtungsort

2. Übernachtungsplatz im Wohnzimmer einer Familie

2. Übernachtungsplatz im Wohnzimmer einer Familie

Wohnzimmer unseres 2. Übernachtungsplatzes

Wohnzimmer unseres 2. Übernachtungsplatzes

Am nächsten Morgen erhielten wir ein Frühstück und gingen noch ins Dorf Abaala um in einem typischen Cafê den leckeren äthiopischen Kaffee zu geniessen. Oh wir lieben dieses Gebräu! 🙂 Danach starteten wir die lange Fahrt durch Wüsten- und Vulkangebiete zu unserem nächsten Highlight: den Vulkan Erta Ale! Auf dem Weg stoppten wir mitten in der Wüste bei einem Militärcamp, um unsere 12 „Schutzmänner“ abzuholen, die für die Besteigung des Vulkans obligatorisch sind. Uns wurde erzählt, dass hier auf dem Vulkan vor zwei Jahren  französische Touristen von Rebelle aus Eritrea erschossen wurden, weswegen man heute Militärschutz braucht.

Militärcamp

Militärcamp

Militärcamp mitten in der Wüste

Militärcamp mitten in der Wüste

Militärcamp mitten in der Wüste

Militärcamp mitten in der Wüste

Unser neuer Militärschutz! Man beachte den Herren mit seinen pinken Socken:)

Unser neuer Militärschutz! Man beachte den Herren mit seinen pinken Socken:)

45°C in der heissen Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

45°C in der heissen Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

Heisse Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

Heisse Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

Heisse Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

Heisse Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

Heisse Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

Heisse Vulkangegend: Wir nähern uns dem Erta Ale

Wir kamen nachmittags in Dodom an, dem Camp am Fusse des Vulkans, von dem aus wir später am Abends aufbrechen sollten. Wir fühlten uns wieder wie am Ende der Welt und waren sehr gespannt auf die bevorstehende Vulkanbesteigung!

Camp am Fusse des Erta Ale Vulkans

Camp am Fusse des Erta Ale Vulkans

Hütten im Erta Ale Base Camp

Hütten im Erta Ale Base Camp

Erta Ale Base Camp

Erta Ale Base Camp

Erta Ale Base Camp: Das Kamel transportiere Wasser für uns

Erta Ale Base Camp: Das Kamel transportiere Wasser für uns

Da es hier auch sehr heiss war, brachen wir erst um 20h auf und nur unsere Kopfleuchten und die Sterne leuchteten uns den Weg übers Vulkangestein hinauf zum Vulkan! Die Wanderung war nicht so anstrengend wie wir erwartete hatten und schon nach kurzer Zeit sahen wir aus weiter Entfernung das rote Leuchten, das aus dem Vulkan stieg.

Erta Ale Vulkan von Weitem

Erta Ale Vulkan von Weitem

Nach 2,5 Stunden Wanderung kamen wir endlich an und verbrachten die Nacht am Vulkan. Was für ein Erlebnis! Es war wirklich atemberaubend und absolut faszinierend in das Innere der Erde zu blicken und dem Brodeln der Lava zuzusehen! Es ist nur schwer mit Worten zu beschreiben, aber hier ein paar Bilder, die eine genauere Beschreibung vielleicht ersetzen:

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Franzi vorm Erta Ale Vulkan

Franzi vorm Erta Ale Vulkan

Philipp vorm Erta Ale Vulkan

Philipp vorm Erta Ale Vulkan

Wir vorm Erta Ale Vulkan

Wir vorm Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan

Erta Ale Vulkan am Morgen

Erta Ale Vulkan am Morgen

Unser Militärschutz war auch am Start

Unser Militärschutz war auch am Start

Gegend um den Erta Ale herum

Gegend um den Erta Ale herum

Gegend um den Vulkan herum

Gegend um den Vulkan herum

Am nächsten Morgen mussten wir müde den Vulkan wieder hinabsteigen, was noch einmal 3 Stunde benötigte. Erschöpft kamen wir im Dodom Camp an, bekamen Frühstück und fuhren 6 Stunden zurück nach Mekele. Voller Eindrücke und sehr übermüdet fielen wir hier in unser Bett im Hatse Yohanis Hotel und schliefen die Nacht sehr gut.

Auf geht's wieder hinab!

Auf geht’s wieder hinab!

Auf geht's wieder hinab!

Auf geht’s wieder hinab!

Den nächsten Tag (26.9.) nutzten wir als „Gammeltag“ und wir ruhten uns ordentlich in Mekele aus. Allerdings wurde heute der kirchliche Feiertag „Maskal“ zelebriert, bei dem Hunderte von Menschen mit Trommeln singend durch die Strassen ziehen. Glücklicherweise konnten wir das Spektakel vom Balkon unseres Hotels beobachten, so dass wir uns nicht zuuu viel bewegen mussten, schliesslich wollten wir heute einen Ruhetag einlegen:) Hier ein paar Fotos des Maskal Feiertages:

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Maskal Feiertag in Mekele

Am 27.9. fuhren wir fünf Stunden nach Aksum. Die Stadt Aksum war früher Hauptstadt eines der mächtigsten Reiche in der afrikanischen Geschichte, das nach dem alten Ägypten und dem Reich Meroe über die am weitesten entwickelte Kultur auf diesem Kontinent verfügte. Das Aksumische Reich umfasste Teile des heutigen Nordäthiopien, Eritrea, Nordost Sudan und die südliche Hälfte der Arabischen Halbinsel (vgl. Iwanowski 2013, Reiseführer Äthiopien, S.307). Heute ist Aksum vor allem für den „Stelenpark“ berühmt, der einst als Friedhof der vor- und frühchristlichen aksumitischen Herrscher diente. Hier sieht man viele uralte steinerne Stelen, an deren Fusse Grabplatten aus Stein liegen, unter denen Könige und Kaiser begraben liegen. Leider ist das Ganze unschön in der Stadt eingebettet und der Begriff „Park“ ist völlig übertrieben, da der Stelenpark nur von Baustellen umgeben ist. Hier ein paar Fotos:

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum

Stelenpark in Aksum: Umgekippte kaputte Stele

Stelenpark in Aksum: Umgekippte kaputte Stele

Der Stelenpark ist eingebettet zwischen Baustellen

Der Stelenpark ist eingebettet zwischen Baustellen

Nach einem Tag in Aksum fuhren wir am nächsten Tag (28.9.) ziemlich müde und kaputt weiter nach Gonder. Die Fahrt gings durch Gebirge und dauerte den ganzen Tag, so dass wir abends völllig erledigt ankamen. Da unser Visum am 1.10. ausläuft, hatten wir ziemlich Druck und noch eine weite Strecke zur Grenze vor uns. In Gonder quartierten wir uns für drei Nächte in der netten Fasil Lodge ein, so lange waren wir in Äthiopien noch nie an einem Ort! Wir waren froh hier nun zwei volle Tage zu haben, in denen wir uns zwar einige Kirchen und einen Palast ansehen, jedoch auch viel „gammeln“ wollten. Gonder liegt im Westen Äthiopiens, 200km von der sudanesischen Grenze entfernt und in 2.200m Höhe. Die Stadt war früher Kaiserstadt und zieht heute wegen seiner vielen Ruinen, Paläste und Kirchen aus der royalen Vergangenheit viele Touristen an. Hier schauten wir uns den Palastbezirk Gemp, die wunderschöne Kirche Debre Berhan Selassie und das Wasserschloss des Fasilidas an. Ansonsten lasen wir viel, räumten das Auto auf und tankten neue Kraft.

Gonder

Gonder

Debre Berhan Selassie Kirche

Debre Berhan Selassie Kirche

Debre Berhan Selassie Kirche

Debre Berhan Selassie Kirche

Debre Berhan Selassie Kirche

Debre Berhan Selassie Kirche

Debre Berhan Selassie Kirche

Debre Berhan Selassie Kirche

Tolle Engelsdecke,Debre Berhan Selassie Kirche

Tolle Engelsdecke,Debre Berhan Selassie Kirche

Satan frisst Frau!Debre Berhan Selassie Kirche

Satan frisst Frau!Debre Berhan Selassie Kirche

Palastareal in Gonder

Palastareal in Gonder

Palastareal in Gonder

Palastareal in Gonder

Ja und übermorgen am 1.10. ihr Lieben verlassen wir dieses beeindruckende Land und reisen in den Sudan ein! Im Sudan wollen wir in der Hauptstadt Khartoum einige Tage verbringen und uns danach die Pyramiden in Meroe ansehen. Danach werden wir den Weg durchs wüstenhafte Land gen Norden einschlagen und nach ca. 2 Wochen in Asswan/Ägypten einreisen. Wir sind sehr gespannt auf die nächsten Wochen und hoffen, dass wir mal Internet haben, um uns bei euch zu melden!

Vielen Dank dass ihr unsere Beiträge immer lest und somit an unserer grossen Reise und den „Höhen und Tiefen“ teilhabt. Hier sind die neuesten Fotoalben:

Danakil Senke mit Vulkanbesteigung

Mekele, Aksum, Gonder

Felsenkirchen in Lalibela

Der Süden Äthiopiens

Bis bald!!!

Wir vor den farbenprächtigen Schwefelgebilden in Dalol

Wir vor den farbenprächtigen Schwefelgebilden in Dalol

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„ You- you- you…“ („Du- du- du“)

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Hallo liebe Leser,

hier sind wir nun in Äthiopien angekommen, einem Land, das mit keinem von uns im letzten Jahr bereisten Ländern zu vergleichen ist! Wir fühlen uns hier schon mehr wie in einem arabischen, als in einem afrikanischen Land und staunen jeden Tag aufs Neue über den hohen Kontrast zu dem Afrika, das wir bisher kennen lernen konnten. Allein schon die Menschen sehen völlig anders, die hübschen Frauen sind westlich gekleidet, viele tragen aber auch Kopftücher oder sind ganz „vermummt“. Bunte afrikanische Stoffe sind nirgends mehr zu sehen. Überall fahren Pferdekutschen und die Menschen transportieren ihr Gut auf Eselkarren oder Kamelen, statt auf ihren Köpfen. An jeder Ecke gibt es kleine Ständen, an denen frischer sehr leckerer Kaffee zubereitet wird und die äthiopische Küche begeistert uns in solchem Maße, das wir öfter (billig!) Essen gehen, statt selbst zu kochen. Die Straßen werden vor allem von den Tieren regiert und so müssen wir immer aufpassen, keine Ziege, kein Schaf, Esel oder Kamel anzufahren. Menschen und vor allem Kinder sind allgegenwärtig und rennen unserem Auto mit der Floskel „You you you“ kreischend hinterher.

Grünes Äthiopien

Grünes Äthiopien

Leckeres Essen

Leckeres Essen

Äthiopien ist ziemlich arm, die meisten Menschen leben auf dem Land und nur 17% der Äthiopier lebt in Städten! Dies erklärt wahrscheinlich, warum 50% aller Kinder und Jugendlichen und 38% der Erwachsenen Analphabeten sind. Schulen sehen wir hier kaum, dafür viele Kinder die hart arbeiten. Auch werden wir hier öfter angebettelt als in anderen Ländern und schon kleine Kinder wachsen mit der „Hand- auf- Mentalität“ auf. Dennoch tobt überall Lebensfreude und wir werden stets freundlich begrüßt und willkommen geheißen.

Für uns bringt das Land auch viele Herausforderungen und Schwierigkeiten mit sich, da es zum einem riesen groß ist und noch nicht so entwickelt ist, wie z.B. Kenia. Da uns Visum seit Einreise nur drei Wochen gültig ist (bis zum 1.10.), haben wir einen strammen Zeitplan uns zurecht getüftelt und uns hierbei schon auf wenige Highlights des Landes begrenzt: Die Menschen des Hamar- und Mursivolkes im Süden des Landes besuchen, Addis Ababa kennen lernen, die Felsenkirchen in Lalibela besichtigen und eine 4-Tagestour in die Danakilsenke unternehmen. Aufgrund der großen Distanzen, verbrachten wir viele Tage nur im Auto und fuhren oft 7-10 Stunden täglich. Das schlauchte uns ziemlich und wir kamen häufig erst im Dunkeln an und mussten früh morgens weiter. Eine weitere Schwierigkeit war die Geldbeschaffung, da es kaum Geldautomaten gibt uns diese nur selten funktionieren, geschweige denn internationale Karten annehmen. Selbst in der Hauptstadt Addis Ababa, in der es eigentlich zuverlässige Geldautomaten geben soll im Gegensatz zum Rest des Landes, waren die Automaten entweder kaputt, oder nahmen unsere Karten nicht an. So mussten wir viel mit Dollars zahlen, die wir eigentlich für den Sudan aufbewahrt hatten. Zu guter Letzt fanden wir doch einen funktionierenden Automaten, der aber auch nur für einmal Geldabheben funktionierte…

So, nun berichten wir aber mal über unser Programm, das wir in den letzten 8 Tagen vollzogen haben:

Vom Lake Turkana (siehe letzten Turkanabericht) fuhren wir am 11.9. über die Grenze bei „Omorate“ nach Äthiopien und schliefen eine Nacht im Mango Camp in der Ortschaft Turmi. Die Grenzregion war sehr trocken und überall sahen wir barbusige Frauen und Mädchen, die mit roten Ketten behangen waren. Wir fanden viele kleine Dörfer vor, die aus runden Wellblechhütten bestanden und sahen viele Kinder in trockenen Flussbetten, die als junge Hirten ihre Esel und Rinder vorantrieben. In Turmi kamen wir nachmittags an und wurden gleich Zeugen eines riesen Spektakels: Die Bullensprung- Zeremonie des Hamer Volkes! Wenn junge Männer den Status vom Kind zum Mann durchlaufen, müssen sie an dieser Zeremonie teilnehmen und über eine Reihe von Bullen springen! Verschiedene Mädchen des Volkes werden parallel hierzu ausgepeitscht, um die Zuneigung zu ihrem „Bruder“ zu zeigen. Leider kamen wir zu spät, um der Zeremonie beizuwohnen, wir konnten aber noch beobachten, wie die Mädchen in einem breiten Flussbett ausgepeitscht wurden und sie in grossen Gruppen um her liefen. Die Frauen des Hamervolkes tragen ihr Haar zu kleinen Zöpfen geflochten, die sie mit einer Mixtur aus Butter und roter Erde einreiben. Sie tragen mit Perlen verzierte Lederröcke und viel Schmuck. Die Männer des Hamervolks sind auch mit Schmuck behangen und nur mit ihrer obligatorischen Kopfstütze aus Holz anzutreffen, die auch als Stuhl dient. Während Philipp erschöpft von der Fahrt im Camp sich ausruhte, folgte Franzi nach der Zeremonie einigen Hamer und lief gemeinsam mit ihnen ein Stück. Sie schüttelte viele Hände und kam sich wie in einer anderen Welt vor!

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamer in Turmi, im Süden des Landes

Hamermädchen in Turmi, im Süden des Landes

Hamermädchen in Turmi, im Süden des Landes

Von Turmi aus fuhren nach Jinka, von wo aus eine Tour zu den Mursis unternehmen wolten, einem weiteren alten Volk, bei dem die Frauen weltweit als „Tellerlippenfrauen“ bekannt sind. Die Ausflüge zu den Mursis sind weit umstritten, da sie häufig „Zoobesuchen“ ähneln, bei denen Massen an Touristen in die Mursi- Dörfer eindringen, um innerhalb weniger Minuten so viele Fotos wie möglich von den „absurden Gestalten“ zu schießen. Die Mursis verdienen hierdurch ihr Geld, da man als Tourist für den Eintritt ins Dorf, sowie für jedes Foto und jede Person auf dem Foto zahlen muss! Da Franzi aber so fasziniert von der kulturellen Vielfalt des Landes ist und unbedingt die Mursis sehen wollte, organisierten wir uns im Tourismusbüro in Jinka einen Führer, der am nächsten Morgen mit uns gemeinsam zum Mago Nationalpark im Omo Valley aufbrach, um die Mursis zu besuchen. Wir verbrachten insgesamt 45 Minuten in einem Mursidorf und konnten die Zeit auch genießen, weil wir weitaus schlimmeres erwartet hatten. Da die Tourismusscharen erst nach uns eintrafen, waren wir die einzigen Weißen im Dorf und schauten uns erst einmal alles in Ruhe an, bevor wir zu fotografieren und zu bezahlen anfingen. Eine weise Entscheidung! Denn sobald wir die Kamera zückte, posierten die Mursis wie Models und zuppelten an uns herum, um auf sich aufmerksam zu machen. Wir hatten dennoch unseren Spaß, spielten mit einigen Kindern mit Seifenblasen und probierten traditionelles Bier.

Die Mursis

Die Mursis

Die Mursis

Die Mursis

Die Mursis

Die Mursis

Mursimädche in der Hütte

Mursimädche in der Hütte

Mursimänner

Mursimänner

Franzi mit einem Mursimädchen

Franzi mit einem Mursimädchen

Nach dem Besuch im Mursidorf zeigte unser Guide uns noch den grossen Wochenmarkt in Jinka (Samstag), zu dem Menschen verschiedener Völker kamen und wir einiges zu sehen hatten! Abends gingen wir in einem netten und super leckeren Restaurant in Jinka essen und fielen danach in der wunderschön gelegenen Eco Omo Lodge todmüde und voller Eindrücke ins Bett.

Markt in Jinka

Markt in Jinka

Markt in Jinka

Markt in Jinka

Am nächsten Morgen (Sonntag, 14.9.) brachen wir früh auf und kamen nach einem langen Fahrtag in der traumhaften Paradise Lodge in Arbar Minch an. Arbar Minch ist eine Stadt auf halbem Wege nach Addis Ababa und lag somit ideal für uns. In der Lodge, die einen wunderbaren Ausblick bot, durften wir auf dem Parkplatz campen (Campingplätze sind hier in Äthiopien nicht verbreitet), hatten Internet und konnten den Pool mitbenutzen. Hätten wir nicht so einen Zeitdruck gehabt, hätten wir liebend gerne noch einen weiteren Tag zum Verschnaufen hier verbracht. Dieses Gefühl begleitete uns leider oft durch die letzten zwei Wochen, Äthiopien ist einfach so wahnsinnig groß!

Ausblick aus der Paradise Lodge, Arba Minch

Ausblick aus der Paradise Lodge, Arba Minch

Ausblick aus der Paradise Lodge, Arba Minch

Ausblick aus der Paradise Lodge, Arba Minch

Am nächsten Tag fuhren wir nach Addis Ababa, insgesamt noch einmal 520km von Arbar Minch. Wir kamen völlig übermüdet in Wims Holland House an, ein bekannter Overlander -Treffpunkt für Reisende mit eigenem Auto. Wir erwarteten einen großen Campingplatz, ähnlich wie die Jungle Junction in Nairobi. Leider erwartete uns nur ein kleiner Platz zwischen vielen anderen Autos. Wir waren zwar die einzigen Camper, jedoch hatten viele ihre Autos hier untergestellt, sodass wir noch nicht einmal Platz hatten, Tisch und Stühle aufzubauen. Nun, wir blieben nur eine Nacht und nesteten uns für die nächsten zwei Nächte im „Finfine Adarash Hotel“ ein, eines der ersten Hotels in Addis Ababa. Das Hotel ist bekannt für seine heißen Quellen und Thermalwasser. Wir hatten sogar eine Badewanne im Zimmer, was wir (vor allem Franzi!)natürlich ausnutzte! Nach 9 Monaten endlich mal wieder baden!!!

Juhuuuu, Badevergnügen!

Juhuuuu, Badevergnügen!

Lecker Essen im Finfine Adarash Hotel

Lecker Essen im Finfine Adarash Hotel

Restaurant des Finfine Hotels

Restaurant des Finfine Hotels

Wir hatten viel vor in Äthiopiens Hauptstadt und wollten uns einiges ansehen, wie das große ethnologische Museum, einige Denkmäler und das große Marktviertel „Mercato“. Leider schafften wir gar nichts, denn die zwei Tage gingen voll und ganz für organisatorische Dinge drauf. Die Suche nach funktionierenden Geldautomaten, einkaufen und das Organisieren unserer Tour in die Danakil Senke beanspruchten unseren ganzen Aufenthalt in Addis. Zudem wurde unsere Navi- Gerät noch auf offener Straße von Straßenkindern gestohlen, was unsere Stimmung nicht gerade erheiterte. Obwohl Addis sicherlich einiges zu bieten hat, war es nicht unsere Stadt! Zu allem Übel sprang am Abreisetag morgens trotz Starthilfe von anderen Autos unser Auto nicht an, so dass wir eine Werkstatt suchen mussten, was auch wieder einige Zeit beanspruchte. Mit Starthilfe sprang Tembo dann nach 2 Stunden doch endlich mal an, so dass wir ihn in die Werkstatt bringen konnten. Wir waren so genervt, standen auch ziemlich unter Zeitdruck wegen unserer Tour in die Danakil Senke, die für den 22.9. gebucht war und wir vorher noch nach Lalibela wollten. In der Werkstatt fanden die Mechaniker nichts und waren der Meinung, dass das Auto vielleicht einfach nur nass geworden sei. Naja.

Wie dem auch sei, um 11h kamen wir endlich los (statt 8h wie geplant) und fuhren sieben Stunden bis nach Kambolcha, ein Ort, der auf halber Strecke nach Lalibela lag. Als wir ankamen war es schon dunkel und wir stiegen im nächst besten Hotel ab, das direkt an der Straße lag und pro Doppelzimmer ohne Bad nur 8 Euro kostete. So war das Zimmer auch, aber für eine Nacht war es schon in Ordnung und die Aussicht auf ein ordentliches Zimmer in Lalibela macht die Sache halb so schlimm. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Lalibela und durchquerten das wunderschöne grüne äthiopische Hochland! Wir staunen wirklich wie grün und saftig Äthiopien ist! Auf dem Weg trafen wir auf viele Kamele, Eselskarren und Pferdekutschen, wir fühlten uns zeitweise wie ins letzte Jahrhundert zurück versetzt. Die Dörfer wurden immer „muslimischer“, so sahen wir viele hübsche Moscheen und vermummte Frauen. Insgesamt ist neben dem Islam auch die christlich orthodoxe Kirche in Äthiopien sehr stark verbreitet.

Grünes Äthiopien

Grünes Äthiopien

Eines von vielen Kamelen

Eines von vielen Kamelen

Viele Moscheen

Viele Moscheen

Pferdekutschen

Pferdekutschen

Nachmittags kamen wir endlich im 2500m hoch gelegenen Lalibela an, eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. Lalibela wird auch als „Neu-Jerusalem“ bezeichnet und seine Einwohner sind fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen. Bekannt ist die Stadt für ihre elf einmaligen Felsenkirchen, die im 13. Jahrhundert vom früheren König Lalibela in Auftrag gegeben wurden. Wir checkten ein im fabelhaften Panoramic View Hotel, das uns für 30€ die Nacht/DZ mit eigenem Balkon und Bad ein bisschen Luxus bot! Von unserem Balkon aus hatten wir einen spektakulären Ausblick über das Hochland, aber seht selbst:

Ausblick von unserem Balkon

Ausblick von unserem Balkon

Ausblick von unserem Balkon

Ausblick von unserem Balkon

Hier schliefen wir zwei Nächte und ließen uns am 20.9 von unserem Guide (Führer) die beeindruckenden Felsenkirchen zeigen, die einst mit bloßen Händen und Hämmern aus großen Felsen gehauen wurden. Während manche Kirchen, wie die St. George Kirche, frei standen und wir sogar um sie herum laufen konnten, waren andere Kirche noch teilweise mit dem Felsen verbunden. Die Kirchen waren früher alle durch Tunnel miteinander verbunden, heute kann man nur noch durch wenige Tunnel laufen. Wir waren wirklich beeindruckt von den Kirchen und von den alten Priestern die in Gewänder und Turbane gehüllt, vor ihren Kirchen saßen oder schliefen.

Wir vor der St. George Felsenkirche

Wir vor der St. George Felsenkirche

St. George Felsenkirche

St. George Felsenkirche

Priester vor der  St. George Felsenkirche

Priester vor der St. George Felsenkirche

Eine von vielen Felsenkirchen in Lalibela

Eine von vielen Felsenkirchen in Lalibela

Eine von vielen Felsenkirchen in Lalibela

Eine von vielen Felsenkirchen in Lalibela

Eine von vielen Felsenkirchen in Lalibela

Eine von vielen Felsenkirchen in Lalibela

Felsenkirchen von Lalibela

Felsenkirchen von Lalibela

Nach vier Stunden Kirchen anschauen, gingen wir mit unserem auf den riesigen Wochenmarkt (Samstag) und kauften eine traditionelle äthiopische Kaffeekanne, sechs kleine Tassen und ein Tuch für Franzi, damit sie sich im Sudan schön verhüllen kann (Scheeeerz!)! Natürlich gönnten wir uns am Straßenrand auch noch einen kleinen leckeren Kaffee!

Markttag in Lalibela

Markttag in Lalibela

Markttag in Lalibela

Markttag in Lalibela

Kaffeepause

Kaffeepause

Ja und ab morgen sind wir auf dem Weg nach Mekele, von wo aus unsere viertägige Tour in die Danakil Senke führt. Ein weiterer langer Autofahrtag steht uns bevor, zum Glück müssen wir fast immer nur geradeaus fahren, so dass wir unser Navi nicht all zu sehr vermissen. Dennoch ist die Umstellung vom Navi auf Landkarten komisch, aber wir werden uns daran gewöhnen (müssen) und es ist auch entspannend nicht immer zu sehen, wie viele Kilometer noch vor uns liegen. Zum Glück gibt es immer die zahlreichen Kaffeestops am Straßenrand, die zu kleinen pausen zwischendurch einladen.

Bis bald ihr Lieben, ab dem 1.10. sind wir im Sudan! Wir wissen noch nicht wann wir uns wieder melden können, denken aber an euch! Fotoalben aus Äthiopien brauchen noch etwas Zeit! Aber zum neuen „Turkanasee-Fotoalbum“ geht es hier!

Wir in Lalibela

Wir in Lalibela

Vom Lake Baringo über den einsamen Turkana See hoch nach Äthiopien

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Hallo liebe Leser/innen,

viele Grüsse aus Äthiopien schicken wir euch! Lange Zeit hatten wir kein Internet und auch jetzt ist es leider so schlecht, dass ihr euch mit neuen Fotoalben noch etwas gedulden müsst.

Am 3.9. verliessen wir Nairobi (siehe letzen Blogbericht) in Richtung Lake Baringo und waren voll gepackt bis oben hin! Neben allerlei Essensvorräten, hatten wir zwei Ersatzreifen und insgesamt 170l Diesel (zwei Tanks plus einen Kanister) und 100l Trinkwasser dabei! Tembo war ganz schön schwer! Weshalb wir so viel mit uns herumfuhren? Nun, wir wollten vom Lake Baringo zum Turkana- See im Norden Kenias fahren und an diesem entlang nach Äthiopien( Ortschaft Omorate) gelangen! Einige Wegpunkte und Übernachtungsmöglichkeiten sollten vom Lake Baringo aus die Orte Maralal im Samburuland, South Horr, Loyangalani, der Sibiloi Nationalpark am Lake Turkana und die letzte kenianische Ortschaft Illeret sein. Da diese Strecke nicht viele Autos fahren, es so gut wie keine Einkaufmöglichkeiten und keine Tankstellen mehr gibt, deckten wir uns also ordentlich ein.

Vollbepackter Tembo

Vollbepackter Tembo

Bevor dieses Abenteuer beginnen sollte, verbrachten wir aber erst einmal zwei Nächte am Lake Baringo, wo wir schon vor 6 Wochen für eine Woche pausierten. Damals lernten wir hier das nette norwegische Paar Tibor und Marlin kennen, die vertretungsweise für ein paar Monate das direkt am See gelegene Roberts Camp managen. Da wir die beiden gerne noch einmal wiedersehen wollten und der See irgendwie auf unserer Route Richtung Norden lag, nahmen wir den 100km Umweg in Kauf und verbrachten zwei Nächte hier. Es war schön die beiden wiederzusehen und gemeinsam zu grillen, Wein zu trinken und zu quatschen.

Wir zwei mit Tibor und Malin

Wir zwei mit Tibor und Malin

Lake Baringo am frühen Morgen

Lake Baringo am frühen Morgen

Fischer auf dem lake Baringo

Fischer auf dem lake Baringo

In Nairobi hatten wir im Jungle Junction Camp ein schweizer Paar kennen gelernt, das von der Schweiz mit dem Auto nach Namibia fahren. Die beiden nahmen wir mit an den Lake Baringo, wo es ihnen auch sehr gut gefiel. Zu viert unternahmen wir an einem Morgen eine Bootsfahrt auf dem See, die wir zwar schon vor 6 Wochen gemacht haben, wir aber diesmal als ihre „Gäste“ umsonst mitfahren konnten. Natürlich liessen wir uns das nicht entgehen und so schipperten wir in den frühen Morgenstunden mit unserem Guide Cliff über den See, bestaunten Nilpferde und Krokodile und fütterten Seeadler mit Fisch. Christine und Stefan, es war schön euch kennen zu lernen und wir wünschen euch viele tolle Erlebnisse auf eurer Reise!

Vom Lake Baringo fuhren wir am 5.9. weiter und Maralal sollte das erste Ziel auf unserer „Turkana-Route“ sein. Viele kennen den Ort Maralal aus den Geschichten von Corinne Hofmann, die als „Weisse Massai“ bekannt wurde. Sie heiratete einen Samburu-Krieger im Samburu- Land, lebte mit diesem in einer einfachen Lehmhütte im Dorf Barsaloi und kam nur selten zum Einkaufen nach Maralal. Das Samburu- Land haben wir uns immer karg, heiss, wüstenhaft und braun vorgestellt, umso überraschter waren wir, als sich vor uns eine grüne Landschaft auf tat, es regnete und wir sogar froren! Das sollte Maralal im Samburu- Land sein? Nun, wir waren ziemlich überrascht. Wir schliefen hier im „Yare Camel Camp“, das Kamele hält, Touren auf diesen anbietet und jedes Jahr ein Kamelrennen organisiert, das wir leider um eine Woche knapp verpasst haben. Natürlich unternahmen wir hier eine halbtägige Kameltour und konnten so die schöne Landschaft des weiten Samburu- Landes und viele Zebras „von oben“ bestaunen. Es war schön von unseren Guides durch die Samburu- Dörfer geführt zu werden, Kindern zuzuwinken und die Samburu- Männer mit ihren Schwertern und die Frauen mit ihrem traditionellen Perlenschmuck zu bestaunen.

Bereit für die Kameltour durchs Samburuland

Bereit für die Kameltour durchs Samburuland

Kameltour durchs Samburuland

Kameltour durchs Samburuland

Kameltour durchs Samburuland

Kameltour durchs Samburuland

Popo tut weh!

Popo tut weh!

Kameltour durchs Samburuland

Kameltour durchs Samburuland

Samburuland

Samburuland

Das nomadische Hirtenvolk der Samburu ist verwandt mit den Massai, weshalb sie sich sowohl äußerlich, als auch in ihren Traditionen und ihrer Lebensweise ähneln. Allerdings tragen die Samburu noch weiteraus mehr Schmuck und die Frauen und auch schon kleine Mädchen schmücken viele dicke Perlenreifen und -ketten. Die Menschen leben in einfachen „Manyattas“, wobei es sich um Lehmhütten handelt. Auch auf unserer Campingwiese stand eine Manyatta, in welcher ein sehr freundlicher Schmied lebt und arbeitet, der für die Männer des Samburu Volks Spere anfertigt und uns ein bisschen Schmuck andrehen wollte. Erfolgreich natürlich!

EIne typische Manyatta

Eine typische Manyatta

Hier im Yare Camel Club lernten wir noch persönlich eine „Weisse Samburu- Frau“ kennen, nämlich die ziemlich schräge deutsche Irina (ca. 50 Jahre alt)! Als ihr Mann in Deutschland vor fünf Jahren plötzlich verstarb, packte sie ihre Sachen und floh an die Küste Kenias, obwohl sie zuvor noch nie in Afrika gewesen war! Hier lernte sie William kennen, einen Samburu und ihren heutigen Ehemann. Da das Leben an der Küste für die beiden zu teuer war (Irina lebt nur von der Witwenrente), zogen sie in ein kleines Dorf bei Maralal und lebten vorerst in einer „Manyatta“, bevor sie vor zwei Jahren in eine kleine Wohnung zogen. Weihnachten schmückte Irina ihre Manyatta immer mit allerlei Deko, die sie aus Mombasa mitgebracht hatte und versetzte das ganze Dorf in großes Staunen, das noch nie etwas von Tannenzweigen, Lametta oder Christbaumkugeln gehört hatte. Heute ist Irina todunglücklich, vermisst Deutschland sehr und wurde nicht müde dies zu betonen. Wir versorgten sie nach mindestens einer Stunde Zuhören mit Kaffee, Knäckebrot, einem deutschen Buch und Glühweingewürzen für den Winter und sie verabschiedete sich den Tränen nahe bei uns mit den Worten: „Danke, die Stunde hier bei euch war wie Urlaub in Deutschland!“ Die Frau kann einem nur Leid tun, aber irgendwie hat sie ihr Glück ja auch selbst in der Hand.

Maralal

Maralal

Kleidermarkt in Maralal

Kleidermarkt in Maralal

Samburufrauen mit viel Schmuck in Maralal

Samburufrauen mit viel Schmuck in Maralal

Hard Rock Cafe in Maralal

Hard Rock Cafe in Maralal

Am darauffolgenden Tag fuhren wir früh los, denn wir wollten auf dem Weg nach South Horr noch am „World’s End Viewpoint“ („Der Ende- der- Welt- Aussichtspunkt“) Halt machen, der ca. 1 Stunde Autofahrt von Maralal entfernt lag. Hier ging es ganz schön steil hinab und wir genossen einen wahnsinnig schönen Blick hinunter ins nördliche Rift Valley, auf Seen und kleine Dörfer.

World's End Aussichtspunkt

World’s End Aussichtspunkt

World's End Aussichtspunkt

World’s End Aussichtspunkt

World's End Aussichtspunkt

World’s End Aussichtspunkt

Auf unserer weiteren Autofahrt nach South Horr durchquerten wir noch den grösseren Ort Baragoi, danach wurden die Dörfer immer kleiner und ähnelten immer mehr den typischen Afrikabildern: im Sand standen einfache Hütten aus Stöcken mit Plastiktüten als Dächern, um die Frauen mit ihren Kindern saßen! Wir staunten nicht schlecht über die vielen Dörfer und die Lebensweise, die die Menschen „hier draußen“ pflegen. Insgesamt verwandelte sich auf der heutigen Strecke die grüne saftige Landschaft radikal in eine trockene Steinwüste und wir trafen auf viele ausgetrocknete Flussbetten, Vulkangestein, Sand und Schotter. Wir hielten oft an um den Ausblick zu genießen, die endlose Weite Kenias zu bestaunen und um Fotos zu machen! Auch sahen wir einige Kamele, die ruhig grasten und uns neugierig am Strassenrand beäugten. Wir sind wirklich begeistert von der Vielseitigkeit und Schönheit dieses Landes!

Viele kleine Därfer auf dem Weg von Maralal nach South Horr

Viele kleine Därfer auf dem Weg von Maralal nach South Horr

Viele kleine Därfer auf dem Weg von Maralal nach South Horr

Viele kleine Därfer auf dem Weg von Maralal nach South Horr

Von Maralal nach South Horr

Von Maralal nach South Horr

Von Maralal nach South Horr

Von Maralal nach South Horr

Von Maralal nach South Horr

Von Maralal nach South Horr

Mit leeren Bäuchen und ziemlich erschöpft von den vielen Eindrücken heute und der plötzlichen Hitze kamen wir abends in dem Kaff South Horr an und stoppten im Karungu Camp, das 7km nördlich von South Horr lag. Wir bauten unsere sieben Sachen auf, zahlten bei einem gewissen „Rudolf“ 1000 Kenianische Schilling (ca. 8 Euro) und waren so froh endlich kochen und uns ausruhen zu können! Aber manchmal macht einem das Leben ein Strich durch die Rechnung! Zuerst stellten wir fest, dass der Reifen, den wir vor einem Monat in Mombasa gewechselt hatten, erneut ein Loch hatte und so mussten wir als aller erstes den Reifen abmontieren und ihnen gegen einen Ersatzreifen austauschen. Wir waren ziemlich bedient, weil die schwierigen Teile der Strecke entlang des Turkana Sees erst noch kommen sollten! Zwei junge Samburu- Männer aus dem Dorf kamen zufällig vorbei und halfen uns dabei. Nun denn, als die Reifen ausgetauscht waren, freuten wir uns auf Ruhe und ein Abendessen! Es war mittlerweile schon 18h (um 19h ist es stockdunkel und wir müssen immer im Hellen kochen), unsere Mägen knurrten und die Nerven lagen blank. Wir waren einfach nur müde. Aber neiiiin, es sollte noch nicht so weit sein. Es stellte sich nämlich heraus, dass der liebe Herr Rudolf (bei dem wir die Campingkosten bezahlt hatten) einfach das Geld einkassiert und versoffen hat, statt es dem Dorf zu Gute kommen zu lassen. Wir wissen dies, weil er kurze Zeite später wieder bei uns lallend auftauchte, uns nervte und zu quatschte. Aber dies war noch nicht genug, denn es gesellten sich ein weiterer betrunkener Herr dazu und ein nüchterner Mann, der uns als guter Christ unbedingt die Geschichte von David und Goliath erzählen wollte. Der nüchterne Mann bekam dann heraus, dass Rudolf das Geld versoffen hatte, wurde sauer und holte aus dem Dorf den „Chief“, der das Problem klären sollte. Wir hatten nun also den Chef des Dorfes, einen Geschichtenerzähler und zwei betrunkene Herren bei uns sitzen. Statt auf eine Problemlösung, war der Chief allerdings auch nur auf Essen aus und bettelte uns in einer Tour an. Langsam wurden wir laut und bestimmend, baten die Männer zu gehen und sagten ihnen deutlich, dass wir endlich alleine gelassen werden wollten. Wir waren so sauer! Da alles nichts half, packten wir unsere Sachen wieder ein und fuhren zurück nach South Horr, wo wir glücklicherweise noch im Hellen eintrafen und auch ein nettes Camp fanden. Meine Güte, wir waren wirklich bedient! Wir belohnten uns mit einer ordentlichen Portion Tortellini in Sahne- Schinken Soße (ein sehr seltenes kulinarisches Abenteuer hier!) und gingen früh ins Bett. Naja, heute können wir drüber lachen!

Reifenwechsel in South Horr

Reifenwechsel im Karungu Camp bei South Horr

Reifenwechsel in South Horr

Reifenwechsel im KArungu Camp bei in South Horr

Camp in South Horr

Camp in South Horr

Camp in South Horr

Camp in South Horr

Am nächsten Tag (8.9.) wollten wir ins nur 90km entfernte Loyangalani fahren, eine Ortschaft am Turkana See. Wir brauchten 3,5 Stunden für die Fahrt und waren absolut fasziniert von der Abgelegenheit hier oben und der Landschaft, die wir durchfuhren. Auch sahen wir immer mehr Kamele in der Landschaft stehen, die uns einen ulkigen Anblick boten!

Karge Steinwüste auf dem Weg zum Lake Turkana

Karge Steinwüste auf dem Weg zum Lake Turkana

Karge Steinwüste auf dem Weg zum Lake Turkana

Karge Steinwüste auf dem Weg zum Lake Turkana

Trockenes Land

Trockenes Land

Kamele am Wegesrand

Kamele am Wegesrand

Nach einer kargen Stein- und Vulkanwüste tat sich vor uns plötzlich der jadefarbene Wüstensee auf, der Anblick war fast surreal und wir hielten an, um das Bild vor uns innerlich aufnehmen zu können! Der Turkana- See ist 260km lang, bis zu 50km breit und stellt mit einer Fläche von 6400 Quadratkilometern den größten permanenten Wüstensee auf der Erde dar! Hier lebt die größte Krokodilpopulation Afrikas, ansonsten kann man noch Schildkröten, Möwen und ein paar Affen finden. Trotz des Wassers gilt diese Region als die trockenste, windigste und heißeste Region Kenias. Und es war wirklich heiß, sehr heiß.

Erster Blick auf den Turkanasee

Erster Blick auf den Turkanasee

Wir habens geschafft! Turkanasee

Wir habens geschafft! Turkanasee

Turkanasee

Turkanasee

Turkanasee

Turkanasee

Turkanasee

Turkanasee

Turkanasee

Turkanasee

Trotz dieser harten Gegebenheiten leben hier sogar vier Ethnien: die Turkana, die Rendille, die Samburu und die El Molo, ein kleines Fischvolk. Schon auf der Fahrt nach Loyangalani trafen wir auf viele kleine runde Hütten, die nur aus dicken Ästen gebaut waren und ziemlich zerbrechlich wirkten.

Dörfer am Turkanasee

Dörfer am Turkanasee

Dörfer am Turkanasee

Dörfer am Turkanasee

Dörfer am Turkanasee

Dörfer am Turkanasee

Menschen am Turkanasee

Menschen am Turkanasee

Hirten am Turkanasee

Hirten am Turkanasee

Dörfer am Turkanasee

Dörfer am Turkanasee

Wir schliefen hier im grossen Dorf Loyangalani als einzige Gäste im „El Molo Camp“, einem schönen, zwischen vielen Palmen gelegenen Camp. Es war unwirklich hier in der Wüste die vielen Palmen zu sehen und wir hatten sogar fliessendes Wasser und Duschen!

Loyangalani

Loyangalani

Loyangalani

Loyangalani

Loyangalani

Loyangalani

Hilton Hotel,Loyangalani

Hilton Hotel,Loyangalani

El Molo Camp in Loyangalani

El Molo Camp in Loyangalani

Abendstimmung im El Molo Camp in Loyangalani

Abendstimmung im El Molo Camp in Loyangalani

El Molo Camp in Loyangalani

El Molo Camp in Loyangalani

Da wir vormittags ankamen, unternahmen wir nachmittags noch eine geführte Tour durch einige Dörfer, in denen Rendille, Turkana und Samburu leben. Für Fotos von Menschen mussten wir extra bezahlen, worauf wir allerdings schon vorbereitet waren. Es war interessant die Hütten der Menschen zu sehen und schön mit den Kindern hier kurz in Kontakt zu kommen. Hier einige Eindrücke von den Dörfern und den Menschen:

Tour durch die Dörfer in Loyangalani

Tour durch die Dörfer in Loyangalani

Samburufrau

Rendille- Frau

Samburufrau

Rendille- Frau

Dorf des Turkana-Volkes

Dorf des Turkana-Volkes

Turkanafrau

Turkanafrau

Franzi im Turkanadorf

Franzi im Turkanadorf

Turkanadorf

Turkanadorf

Turkanadorf

Turkanadorf

Riesiges Turkanadorf

Riesiges Turkanadorf

Kind im Turkanadorf

Kind im Turkanadorf

Turkanadorf

Turkanadorf

Franzi im Turkanadorf

Franzi im Turkanadorf

Turkanadorf

Turkanadorf

Am nächsten Morgen brachen wir auf zum Sibiloi Nationalpark am nordöstlichen Ufer des Turkanasees und legten einen anstrengenden achtstündigen Fahrtag durch die Hitze ein. Die Landschaft war wieder erstaunlich und wurde immer trockener, heisser und wüstenhafter. Der Sibiloi Nationalpark stellt aufgrund seiner Abgelegenheit den am seltensten besuchte Parks Kenias dar und wir kenne niemanden, der schon hier war. Hier oben ist es sehr heiss, so kann es zu Höchsttemperaturen von 48°C kommen und auch nachts war es noch viel zu warm, um gut schlafen zu können.

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Von Loyangalani zum Sibiloi NP

Im Sibiloi angekommen!

Im Sibiloi angekommen!

Die Wiege der Menschheit

Die Wiege der Menschheit

Hier am Turkanasee stieß man in der Region um Koobi Fora herum einst auf die aufregendsten Funde der Paläoanthropologie, die vermuten lassen, dass in diesem Teil des Rift Valley die Wiege der Menschheit stand. Hier besuchten wir ein kleines Museum, das die Funde ausstellt und erläutert. Noch heute kommen Archäologiestudenten aus Nairobi hierher, um einen Monat lang zu graben und mehr zu lernen. Im Park besuchten wir außerdem noch einen „versteinerten Wald“, der rund 7 Millionen Jahre alt ist und Tierfossilien, wie eine Riesenschildkröte und eine ausgestorbene 14m lange Krokodilart.

Museum

Museum

Museum

Museum

Funde in Koobi Fora

Funde in Koobi Fora

Philipp im "versteinerten Wald"

Philipp im „versteinerten Wald“

Versteinterter Baumstumpf

Versteinterter Baumstumpf

Versteinertes Krokodilsskelett

Versteinertes Krokodilsskelett

Ausblick auf den Sibiloi NP

Ausblick auf den Sibiloi NP

Sibiloi  NP

Sibiloi NP

Wir schliefen hier zwei Nächte im Koobi Fora Camp, was wunderschön direkt am See gelegen ist und wir glücklicherweise sogar eine Dusche hatten! Tagsüber machten wir kleine Spaziergänge zu Lagunen, in denen sich viele Flamingos tümmelten und abends liessen wir den Tag gemütlich bei einem Lagerfeuer ausklingen.

Koobi Fora Camp

Koobi Fora Camp

Tembo vor der Wiesenrose

Tembo vor der Wiesenrose

Franzi in Koobi Fora, Sibiloi NP

Franzi in Koobi Fora, Sibiloi NP

Flamingo Lague in Koobi Fora, Sibiloi NP

Flamingo Lague in Koobi Fora, Sibiloi NP

Flamingo Lague in Koobi Fora, Sibiloi NP

Flamingo Lague in Koobi Fora, Sibiloi NP

Flamingo Lague in Koobi Fora, Sibiloi NP

Flamingo Lague in Koobi Fora, Sibiloi NP

Camp in Koobi Fora

Camp in Koobi Fora

Lagerfeuerstimmung in  Koobi Fora

Lagerfeuerstimmung in Koobi Fora

Sonnenuntergang in Koobi Fora

Sonnenuntergang in Koobi Fora

Morgenstimmung in Koobi Fora, Sibiloi NP

Morgenstimmung in Koobi Fora, Sibiloi NP

Morgendliches Yoga im Sibiloi NP

Morgendliches Yoga im Sibiloi NP

Von Koobi Fora fuhren wir über Ileret über die Grenze zu Äthiopien, wo wir in Omorate unsere Pässe und das Carnet des Passages (Zolldokument fürs Auto) stempeln ließen. Von Omorate ging es am selben Tag weiter in die Ortschaft Tumi, wo wir unsere erste Nacht in Äthiopien verbrachten.

Jetzt befinden wir uns also in Äthiopien und werden mehr über dieses Land und die faszinierenden Menschen im nächsten Beitrag berichten! Im Moment sind wir auf dem Weg nach Addis Ababa, wo wir ein paar Tage bleiben, bevor wir unsere geführte Tour in die Danakil Senke starten.

Wir hoffen es geht euch gut und schicken euch liebste Grüsse! Zum Fotoalbum unserer Turkanaseeroute geht es hier!

Wir zwei auf dem Lake Baringo

Wir zwei auf dem Lake Baringo

Franzi wird Elefantenmama und ein Besuch im Slum Kibera

Standard

Hallo ihr Lieben,

wie geht es euch? Wir befinden uns seit unserer Rückkehr aus der Masai Mara (siehe Bericht) nun seit einer Woche in Nairobi und haben es uns in der „Jungle Junction“ einigermassen gemütlich gemacht. Bei der überall im Lande bekannten „Junction Juntion“ handelt es sich um ein Camp, das vor allem für die Touristen ein Anziehpunkt ist, die mit eigenem Fahrzeug unterwegs sein. Der deutsche Inhaber Chris scheint im „Overlander-Kreise“ so etwas wie der „Kenia Guru“ zu sein: bei Fragen über Kenia, wende man sich an Chris! Obwohl die Jungle Junction die Ruf weg hat, immer völlig überfüllt zu sein, ist es im Moment ziemlich leer hier. Chris hat uns witzige Geschichten über frühere „Overlander“ erzählt:

  1. Eine holländische Dame reiste in einem Traktor (ohne Dach!) mit ihrem Hund von Holland nach Kenia
  2. Ein alter Mann begab sich mit einem Kinderwagen, in welchem er sein Gepäck beförderte, auf die Reise durch Ost- und Südafrika. Das einzige, was er während seines Aufenthaltes in der „Jungle Junction“ sagte, war dass er schon 42 Paar Schuhe verbraucht hat!
  3. Ein Mann reiste mit einem Rollkoffer zu Fuss durch Ostafrika

Also, wer bisher gedacht hat, dass unsere Reise abenteuerlich und gefährlich ist, möge diese Einstellung überdenken!:)

Camping in der Jungle Junction

Camping in der Jungle Junction (die anderen Auto wurden dort nur abgestellt für längere Zeit!!)

Jungle Junctiin Camp, Nairobi

Jungle Junctiin Camp, Nairobi

Jungle Junctiin Camp, Nairobi

Jungle Junctiin Camp, Nairobi

Nach der Massai Mara mussten wir zurück nach Nairobi, da unsere Reisepässe mit dem äthiopischen Visum auf dem Weg von Deutschland nach Nairobi waren. Erst mit dem Visum konnten wir unser sudanesisches Visum hier in Nairobi beantragen, was wiederrum vier Werktage beanspruchte. Ja, so hingen wir hier eine Woche fest! Wir waren überglücklich als unsere Reisepässe endlich von DHL geliefert wurden und fuhren sofort zur sudanesischen Botschaft für die Visumsbeantragung.

Yeah, unsere Reisepässe sind da!

Yeah, unsere Reisepässe sind da!

Unseren Plan über Dubai, Oman und den Iran zu fahren, haben wir fallen gelassen und fahren nun von Äthiopien durch den Sudan (nicht Süd- Sudan, keine Angst!) nach Ägypten. Unsere australischen Freunde sind vor ein paar Wochen ohne Probleme die gleiche Route gefahren und waren begeistert von der sudanesischen und ägyptischen Gastfreundschaft! Unsere ursprüngliche Iranroute ist zwar sicherlich die interessantere von beiden, jedoch auch die teurere und im Moment fühlt sich diese Route für uns „zu viel“ an, da wir doch ziemlich „übersättigt“ und leider nicht mehr richtig aufnahmefähig sind. Und es müssen ja auch noch Reiseziele für die nächsten Jahre übrig bleiben! 🙂

Die Woche in Nairobi kriegten wir irgendwie rum und jetzt sind wir sehr froh, dass die Fahrt weitergehen kann (mit den Pässen und den Visa in der Hand). Nairobi ist eine Riesenstadt und unser Camp war im Stadtteil „Karen“ gelegen, der etwas ausserhalb liegt und wohl eher einen der reicheren Bezirke darstellt. Hier in der Nähe gibt es die grosse Galleria Shopping Mall, in der wir vor allem zum einkaufen waren (super Sortiment im NAKUMATT), ein Giraffen- Center mit Giraffen zum Füttern und die berühmte David Sheldrick Foundation (Elefanten-Waisenhaus).

Yeah, die Galleria Shopping Mall

Yeah, die Galleria Shopping Mall

Giraffen- Center

Giraffen- Center

David Sheldrick Foundation ("Elefanten Waisenhaus")

David Sheldrick Foundation („Elefanten Waisenhaus“)

 

Während der Giraffencenter etwas enttäuschend und nicht besonders informativ war, hat uns das Elefantenwaisenhaus so gut gefallen, dass wir in der Woche gleich drei Mal dort waren!  Bei der „David Sheldrick Foundation“ handelt es sich um das weitweit grösste und erfolgreichste Elefantenrettungsprogramm. Elefanten aus ganz Afrika werden hier her gebracht, aufgepäppelt und in der Regel nach drei Jahre im Tsavo East NP (wo wir auch waren, siehe Bericht) ausgewildert. Die Foundation wurde 1977 von Daphne Sheldrick gegründet in Gedenken an ihren verstorbenen Ehemann David Sheldrick, der Leiter des Tsavo East NP war und erfolgreich gegen Wilderei kämpfte. Sehr interessiert ist Daphne Sheldricks Buch/ Biographie „Love, Life and Elephants“, das Franzi als Elefantenfan gelesen hat und deshalb unbedingt das Waisenhaus in Nairobi besuchen wollte. Die Stiftung ist für Touristen täglich von 11-12h geöffnet und man kann bei der Fütterung der Elefanten zu sehen und ihre Interaktion miteinander beobachten. Wir waren wirklich begeistert und zutiefst berührt, als wir sahen, wie die Pfleger die kleinen Elefanten mit grossen Milchflaschen fütterten und die faszinierenden Dickhäuter miteinander spielten und generell interagierten. Gegen eine kleine Spende (ca. 25Euro für ein Jahr) für die Elefanten, kann man einen Elefanten hier adoptieren und erhält monatliche Bilder und Berichte über das eigene „Adoptivkind“. War ja wohl klar, dass sich Franzi als Elefantenliebhaberin diese Möglichkeit nicht entgehen liess! Und so wurde sie „Elefantenmama“ von dem sechs Monate alten Waisenmädchen „Mbegu“, deren Mutter getötet wurde. Die kleine Mbegu sieht noch jetzt völlig traumatisiert aus und Franzi ist der Meinung, dass sie als Mensch sicherlich einer ihrer Schüler wäre (Franzi ist Sonderpädagogin für erziehungsschwierige Kinder). Nach der „Adoption“ konnten wir auch nachmittags um 17h in die Stiftung kommen und die kleinen Elefanten in ihren Ställen beobachten und streicheln. Ein tolles Erlebnis! Natürlich blieb es nicht bei einem Besuch, sondern an unserem letzten Tag in Nairobi statteten wir der kleinen Mbegu noch einen Abschiedsbesuch ab. Diesmal war sie viel lebendiger und wir konnten sie sogar streicheln. Selbstredend, dass zum Abschied ein paar Tränen rollten- oder?

Franzi ist Elefantenmama von "Mbegu"

Franzi ist Elefantenmama von „Mbegu“

Die kleine traumatisierte Mbegu

Die kleine traumatisierte Mbegu

 Mbegu

Mbegu

Wir mit Mbegu:)

Wir mit Mbegu:)

Pfleger Jackson mit unserer Mbegu

Pfleger Jackson mit unserer Mbegu

So süüüsss

So süüüsss

Elefantenwaisen werden unter der Decke gefüttert, welche die Wärme der Mutter ersetzt

Elefantenwaisen werden unter der Decke gefüttert, welche die Wärme der Mutter ersetzt

David Sheldrick Foundation

David Sheldrick Foundation

Durst!David Sheldrick Foundation

Durst!David Sheldrick Foundation

Franzi im Glück

Franzi im Glück

Die Kleinen raufen,David Sheldrick Foundation

Die Kleinen raufen,David Sheldrick Foundation

Philipp "rüsselt" mit einem Waisenkind

Philipp „rüsselt“ mit einem Waisenkind

Franzi und ein Waisenkind

Franzi und ein Waisenkind

Ein weiteres sehr interessantes Highlight unseres Nairobiaufenthaltes war die geführte Tour ins südwestlich von Nairobi gelegene Slum Kibera. Hier leben ca. 2 Millionen Menschen auf engstem Raume, mit denen die „weisse Massai“ Corinne Hofmann interessante Interviews führte und diese Geschichten in ihrem 4. Buch „Afrika, meine Passion“, veröffentlichte. Unser Guide Daniel, der selbst im Slum aufwuchs und auch heute noch dort lebt, führte uns durch die Strassen des Slums, zeigte uns die Schule und erzählte uns von seinem Leben. Für uns war es wirklich bewegend zu sehen wie die Menschen hier leben, wie schwer sie es haben müssen und dennoch lachen können. Überall ertönte lautstarke afrikanische Musik  aus alten Lautsprechern und er herrschte so viel Leben in dieser „Parallelwelt“, dass wir Gänsehaut bekamen. Es ist schwer diesen Ort zu beschreiben, aber hier sind ein paar Bilder, die für sich sprechen:

 

Kibera Slum mit Skyline von Nairobi im Hintergrund

Kibera Slum mit Skyline von Nairobi im Hintergrund

Kibera Slum

Kibera Slum

Kibera Slum

Kibera Slum

Kibera Slum

Kibera Slum

Kibera Slum

Kibera Slum

Kids des Kibera Slums

Kids des Kibera Slums

Franzi mit den Kids des Kibera Slums

Franzi mit den Kids des Kibera Slums

Junge Müllsammler

Junge Müllsammler

Fussballspieler im Kibera- Slum

Fussballspieler im Kibera- Slum

Kibera- Slum

Kibera- Slum

An zwei Vormittagen fuhren wir mit dem „City Hopper“ (Buslinie Nairobis) in die Innenstadt Nairobis, schliesslich wollten wir auch etwas von der Stadt sehen, in der wir schon eine Woche festhängen! Nairobi gefällt uns gut und mit dieser Einstellung sind wir wohl einige der wenigen Touristen! Der Grossteil ist genervt von Nairobi und hat kein positives Wort über diese Stadt zu sagen.  Es gibt viele moderne Gebäude, gute Geschäfte, viele Märkte und guten Kaffe und Croissants in der Kaffeehousekette „The Java House“. In einem Caf’e fanden wir sogar Schwarzwälderkirschtorte, von der wir uns zwei Stücke genehmigten! Das Busfahren ist hier sehr günstig und erspart und schont unsere Nerven, da wir uns nicht selbst durch den dichten Verkehr kämpfen müssen.  Aber selbst der ist in Ordnung, denn obwohl die Strassen voll sind und man immer im Stau steht (ja, es IST nervig!), geht es hier noch geregelt zu und ist weitaus weniger chaotischer, als wir erwartet hätten. Hier einige Fotos von der Innenstadt:

Jomo Kenyatta Denkmal: Kenias erster Präsident

Jomo Kenyatta Denkmal: Kenias erster Präsident

Kenia Flagge

Kenia Flagge

Downtown Nairobi

Downtown Nairobi

Downtown Nairobi

Downtown Nairobi

Downtown Nairobi

Downtown Nairobi

Downtown Nairobi

Downtown Nairobi

Ja ihr Lieben und das war’s für heute schon wieder! Morgen brechen wir auf zum Lake Baringo, wo wir schon vor ca. 6 Wochen waren (siehe Bericht hier). Da es uns so gut gefallen hat und der See auf unserer Strecke gen Norden liegt, werden wir nochmal zwei Nächte dort einkehren. Danach geht es für uns am Turkanasee entlang hoch nach Äthiopien, wo wir wohl in ca. 2 Wochen sein werden.

Wir weren wohl bis Addis Abeba (Äthiopiens Hauptstadt) kein Internet mehr haben, danach warten aber sicherlich viele Fotos auf euch! Viele Fotos aus Nairobi gibt es hier im Nairobi- Album.

Bis bald!!!!

Im Elefantenparadies!

Im Elefantenparadies!