Archiv für den Monat März 2014

Unterwegs in Zambia, dem Land der Fahrräder

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Hallo liebe Leute,
hier melden wir uns aus dem schönen Zambia, dem fünften Land auf unserer Reise! Wir sind im Moment in der zambischen Hauptstadt Lusaka, da Boris, der uns für drei Wochten besuchte, von hier am 26.3. wieder nach Zürich fliegt. Unsere letzte Woche war sehr ereignisreich (wie eigentlich jede Woche) und wir haben erste Eindrücke dieses interessanten Landes sammeln können.

Zambia

Zambia

Am Dienstag, den 18.3., brachen wir in Kasane/ Botswana auf und wollten in Kazungula die Grenze zu Zambia überqueren. Hierfür mussten wir auf einer kleinen Fähre den Zambezi übersetzen und wurden gleich von zwei Agenten angesprochen, die die Versicherungsangelegenheiten für das Auto für uns regeln wollten. Dankend nahmen wir das Angebot an und konnten so die nervigen Grenzformalitäten schneller abwickeln, die vor allem fürs Auto viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Grenze Botswana/ Zambia war sehr wuselig, überall standen voll beladene LKWs und viele Menschen, die uns Sachen andrehen wollten. Unter anderem konnten wir viele Frauen beobachten, die riesige Obst- und Gemüsekörbe und schwere Kühlkisten auf ihren Köpfen balancierte- sehr elegante Erscheinungen! Als wir an einem Schalter in der Schlange standen, wollte ein Mann hinter uns wissen, ob Franzi Philipps Frau sei und sie ihm lachend gegen vier Elefanten abkaufen! („Is it your wife? Give her to me!”) Naja, so hatte der Grenzübergang wenigstens noch etwas Amüsantes.

Überquerung des Zambezis

Überquerung des Zambezis

Nach der Grenze fuhren direkt nach Livingston zu den Victoria Fällen, die man sowohl von zambischer, als auch von zimbabwischer Seite aus bewundern kann. Wir entschieden uns für die zimbabwische Seite, da die Aussicht hier weitaus spektakulärer sein sollte (uns auch war!). Um das Auto nicht ein weiteres Mal über die Grenze bringen zu müssen, liessen wir es auf sambischer Seite stehen und überquerten die Grenze zu Fuss. Eine grosse Brücke verbindet Zimbabwe mit Zambia und von ihr aus konnten wir schon einen ersten Eindruck von den wunderschönen Wasserfällen gewinnen!

Von der Brücke aus sieht man auch schon die Fälle

Von der Brücke aus sieht man auch schon die Fälle

Auf zu den Victoria Fällen

Auf zu den Victoria Fällen

Auf der Brücke, die Zambia mit Zimbabwe verbindet

Auf der Brücke, die Zambia mit Zimbabwe verbindet

Die Victoria Fälle liegen im Musi-oa-Tunya („Donnernder Rauch“) Nationalpark und sind von einer regenwaldähnlichen Lianen- und Palmenlandschaft umringt, die durch die Dauerberieselung der Fälle stets saftig grün ist! Die Wasserfälle sind von der UNESCO als Weltnaturerbe eingestuft worden und zählen zu den besonderen Naturwundern der Welt. Sie haben eine Falltiefe von bis zu 180m und gelten somit als grösste einheitlich hinabstürzende Wassermalle der Welt. Von verschiedenen Aussichtspunkten konnten wir sie bewundern und wurden durch die starke Gischt zum Teil klitschnass, was jedoch eine wunderbare Abkühlung war! Nach dem Fällen assen wir noch in dem Ort „Vic Falls“ ein viel zu teurer Sandwich (Zimbabwe ist teuer!) und fielen abends völlig erschöpft ins Bett gefallen. An diesem Tag waren wir in drei Ländern (Botswana, Zambia, Zimbabwe), haben drei Grenzen überquert und mit vier verschiedenen Währungen gezahlt (Zambische Kwacha, US Dollar, Rand, Pula)! Der Ausflug hat sich sehr gelohnt, auch wenn es ein teurer Spass war: zwei Visa (Zambia und Zimbabwe) jeweils 50 US Dollar p.P., Autoversicherungen und Strassengebühren wir Zambia und Zimbabwe und Eintritt zu Vic Falls jeweils 30 US Dollar.

An den wunderschönen Victoria Falls

An den wunderschönen Victoria Falls

Von Livingston aus fuhren wir am nächsten Tag in Zambias Hauptstadt Lusaka und fuhren durch viele kleine Dörfer. Hier erhielten wir den ersten richtigen Eindruck von Zambia, überall sieht man laufende Menschen, viele sind erstaunlicher Weise auf Fahrrädern unterwegs, viele bunte Markstände, überall frisches Obst und Gemüse am Strassenrand. Wir hielten auf dem Weg in der typisch afrikanischen Ortschaft „Choma“, schlenderten durch die Marktstrassen, kauften CDs und besuchten das Tonga Craft Museum, bei dem es sich um ein niederländisches Entwicklungsprojekt handelt. Wir erfuhren einiges über die Kultur der Tonga und kauften u.a. geflochtene Köbe ein, deren Erlös an das Projekt geht.

Nach dieser Pausen fuhren wir weiter nach Lusaka, erhielten einen ersten kleinen Eindruck der staubigen afrikanischen Hauptstadt und fuhren gleich weiter zum Eureka Camp, das bei „Overlandern“ sehr beliebt ist. Neben grossen Safaribussen trafen wir witziger Weise ein sympathisches australisches Pärchen wieder, das wir schon vor längerer Zeit in Springbok in Südafrika auf einem Campingplatz gesehen haben, damals jedoch nicht mit ihnen sprachen. Im Eureka Camp campten Garrath und Cathy genau neben uns und wir kamen schnell mit den beiden ins Gepräch: Sind schon ein Jahr durch Australien gereist, haben das Auto nach Südafrika geschickt und haben nun im nächsten halben Jahr das gleiche vor wie wir mit dem Ziel: London! Natürlich tauschten wir gleich Emailadressen aus und werden die beiden wohl bald in Malawi wieder treffen. Vielleicht ergibt sich sogar eine gemeinsame Rückfahrt nach Europa, zumindest in Anteilen. Wir werden sehen!

Am nächsten Morgen ging es für uns weiter in Afrikas grösstes Bergbaugebiet: Das Copperbelt. Hierbei handelt es sich um Sambias nördliche „Kupfergütel“- Region und wir trafen auf schlechte Strassen und unzählige LKWs. Die Fahrt war sehr anstrengend und wir waren froh, als wir endlich an unserem Ziel, dem Kratersee „Lake Kashiba“. Dieser entstand durch unterirdische Einstürze, ist 800m breit und schon an seinen Rändern 100m ist. Einer Legende nach soll das Volk Bena Mbushi hier im See Massenselbstmord begangen haben und nur eine Schwangere soll überlebt haben, die nun die Urahnin der heutigen Seeanwohner ist. Naja, wir haben sie (glücklicherweise?) nicht angetroffen und Boris wurde bei seinem Schwimmgang von keiner Wasserleiche in die Tiefen des Sees gezogen. Leider konnten wir nicht direkt am See campen, durften aber auf der Wiese vor einer Kirche eines Missionsgelände nächtigen. Wir wurden dort sehr nett vom Pfarrer und seinen „Brüdern“ empfangen und das ganze Dorf war gespannt auf die Weissen, die sich vor der Kirche niederliessen! Freundlich wurden wir von allen begrüsst und die Tiere starrten uns mit grossen dunklen Augen an. Abends sammelte einige der Dorfbewohner extra Feuerholz für uns, damit wir es schön warm hatten! Wir waren gerührt von dem Interesse und der Gastfreundlichkeit und liessen uns am nächsten Morgen von drei Jungs/ Männern aus dem Dorf durchs Sumpfland zum See führen.

Die Frauen vor der Kirche der Mission

Die Frauen vor der Kirche der Mission

Am Lake Kashiba

Am Lake Kashiba

 

Nach diesem Ausflug fuhren wir weiter nördlich zum Chimfunshi Chimpansen- Waisenhaus und hatten wieder schlechte Strassen mit vielen Schlaglächern zu bewältigen. Es ist wirklich auffallend, wie viel schlechter die Strassen hier im Zambia im Vergleich zum Nachbarland Botswana sind und wir sind auf die nächsten Länder, wie Malawi, gespannt. Auch auf dieser Strecke liefen wieder viele Menschen an den Straßenrändern entlang und fuhren Fahrrad. Die Menschen hier in Zambia, zumindest wie wir sie bisher wahrgenommen haben, sind immer in Bewegung und meistens auf klapprigen Fahrrädern unterwegs. Wir nächtigten zwei Nächte auf der grossen Chimpansenfarm, die 1983 von Sheika und David Siddle gegründet wurde, als sie von Wilderern ein verletztes Chimpansenbaby erhielten und daraufhin weitere Chimpasen ihren Weg auf die Farm fanden. Heute leben 120 Chimpansen auf der Farm, die aus der ganzen Welt kommen und von denen die meisten Trauriges erlebt haben. So wurden einige von ihnen in Zirkussen zu Alkoholikern gemacht, andere in Familienhaushalten gehalten oder zu Maskottchen in Bierkneipen gemacht. In Chimfunshi sind die niedlichen Menschenaffen in grossen Freigehegen ausgewildert und werden zweimal täglich gefüttert. Bei der Fütterung durften wir zuschauen und die faszinierenden Tiere beobachten, die uns Menschen so ähneln. Boris unternahm noch einen Spaziergang durch den Wald mit vier Chimpansen und einem Guide, auf den Philipp und ich aufgrund des hohen Preises verzichteten.

Chimfunshi Chimpansenfarm

Chimfunshi Chimpansenfarm

Kleiner Chimpanse

Kleiner Chimpanse

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Sonntag (23.3.) fuhren wir wieder zurück Richtung Lusaka, hielten jedoch auf halben Weg im Nsobe Camp an, das uns wärmstens empfohlen wurde. Auf dem Camp, das direkt an einem wunderschönen See liegt, waren wir mal wieder die Einzigen und verbrachten zwei Nächte hier. Beim Morgenkaffee konnten wir viele kleine Affen („Velvets“) bei der Plünderung der vollen Mülltonnen und beim Herumtollen auf den Bäumen beobachten! Den Montag nutzten wir zum Aussortieren und Umpacken des Autos, da wir Boris einige Sachen/ Anziehsachen mit nach Zürich geben. Am Dienstag ging die Fahrt nun für uns wieder nach Lusaka, wo wir über Märkte schlenderten und abends eine Freundin von Boris, die hier einige Zeit arbeitet, trafen. Heute lieferten wir Boris am Flughafen ab und dann sind wir  wieder „alleine“ (haben aber auch wieder mehr Platz im Auto, hehe!) unterwegs.

Wir werden nun als Nächstes in den „Mana Pools Nationalpark“ in Zimbabwe fahren und von dort aus wahrscheinlich über Mozambique in den Süden Malawis einreisen. In Malawi wollen wir einige Zeit bleiben und etwas Geld sparen, da unsere nächstens Ziele (Tanzania, Kenia und Madagaskar) ein finanzielles Polster erfordern!
Fotos von den Victoria Falls gibt es hier und von der Chimpasenfarm hier. Die Fotos vom Kratersee gibts hier und Bilder aus Lusaka folgen bald!
Wir hoffen wie immer dass es euch gut geht und drücken auch lieb aus Lusaka!!!

Auf zu den Vic Falls

Auf zu den Vic Falls

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Auf den Spuren von Löwen und Elefanten

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Hallo liebe Leser/innen,

nun melden wir uns aus dem schönen Senyati Camp in Kasane, am Rande des Chobe Nationalparks! Wir waren schon einmal Ende Dezember hier (siehe Bericht) und haben die wunderschöne Landschaft und atemberaubende Tierwelt bestaunt! Nun sind wir erneut hier gelandet, da wir mit Boris unbedingt in die Savuti- Region im Chobe NP wollten, wo wir die letzten 2 Tage verbracht haben.

Hoch hinauf!

Hoch hinauf!

Wir drei am Baobab Wald im Savuti

Wir drei am Baobab Wald im Savuti

Obwohl wir schon im Dezember im Savuti waren, hat uns diese Region wieder verzaubert und wir hatten sogar viel Glück mit dem Wetter! Uns wurde wieder der gleiche Campingplatz zugewiesen wie vor drei Monaten (nämlich Camp3) und wir verbrachten zwei schöne sonnige Tage dort. Nachts hörten wir lautes Löwengebrüll, das fast so unheimlich war, wie der Donner, den ein heftiges  Gewitter mit sich brachte.

Neben Elefanten sahen wir vor allem viele Zebras, Giraffen, Schakale und Vögel. Einen Nachmittag lang entwickelten wir uns zu „Bird- Watchern“ (Vogelbeobachtern), da wir keine anderen Tiere sahen und der Meinung waren, wir müssten uns mal wieder an den kleinen Dingen erfreuen.

Hübsche Vögel

Hübsche Vögel

Schöner Vogel

Schöner Vogel

Wir schossen also viele Bilder von kleinen bunten Vögeln und wurden für unsere Geduld und Fähigkeit, uns an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen, belohnt!

Zwei stolze Löwenmännchen schritten anmutig durch die Grassteppe neben unserem Auto und überquerten sogar die „Strasse“ vor uns. Da wird einem schon anderes, wenn der stolze König der Tiere so nah vor einem steht!

Löwenmännchen direkt vor uns

Löwenmännchen direkt vor uns

Die zwei starken Löwenmännchen

Die zwei starken Löwenmännchen

Am 13.3. feierten wir hier auch Philipps Geburtstag, wir assen Apfelkuchen, stiessen mit Savannah- Cidre an und grillten abends ausgiebig. Da die Savuti- Region aufgrund ihrer Tierwelt und Schönheit so bekannt und beliebt ist, müssen viele Besucher schon ein Jahr im Voraus ihren Campingplatz buchen, vor allem während der Hochsaison und Ferienzeit. Laut unseres Reiseführers, steht Savuti für „Wildnis extrem, Afrika pur, Härte und Romantik zugleich (Hupe, 2012, S.316)“. Wir haben es also wirklich gut, dass wir nun zwei Mal Savuti „erleben“ durften und würden jeder Zeit noch einmal dorthin fahren.

Happy Birthday!

Happy Birthday!

Vom Savuti fuhren wir in 5 Stunden Richtung Norden nach Kasane, wo wir uns zwei Nächte im schönen Senyati Camp einquartierten. Aufgrund des vielen Regens in den letzten Wochen (von dem wir ja gegen alle Erwartungen größtenteils verschont blieben!!!) wurde uns von lokalen Tourveranstaltern abgeraten direkt von Savuti nach Kasane zu fahren, weil die Wege wohl zum Teil unpassierbar seien. Nun, wir kamen gut durch, hatten blauen Himmel und Sonnenschein und auch die Strassen liessen sich, bis auf ein paar Wasserlöcher, gut befahren. Man darf also nicht zu viel auf die Erfahrungen und Tipps Anderer geben…!

Typische botswanische "Strassen"

Typische botswanische „Strassen“

Das Senyati Camp ist an einem Wasserloch gelegen, an dem wir gestern Abend schon viele Elefanten, Giraffen und Zebras beim Trinken beobachten konnten. Heute sind wir noch im Senyati Camp und haben den Vormittag an der Chobe Riverfront verbracht. Wie schon im Dezember, sahen wir auch heute wieder viele Elefanten, die im blauen Wasser des Chobe Flusses plantschten und das grüne, saftige Gras am Ufer verspeisten. Auch konnten wir heute viele faule Flusspferde entdecken und kräftige Wasserbüffel, die träge zu uns herüber schielten.

Faules Flusspferd am Chobe

Faules Flusspferd am Chobe

Zwei von vielen Elefanten am Chobe

Zwei von vielen Elefanten am Chobe

Morgen werden wir Botswana verlassen und den Grenzübertritt nach Zambia auf uns nehmen. Unser Ziel ist Livingstone, von wo aus wir uns die Victoria Fälle ansehen wollen. Da man diese sowohl von sambischer, als auch von simbabwischer Seite aus sehen kann, werden wir von Livingstone aus ein Taxi zur simbabwischen Grenze nehmen und zu Fuss über diese schreiten, um die spektakulären Fälle von beiden Ländern aus anschauen zu können! Von Livingstone aus werden wir in Zambias Hauptstadt Lusaka düsen und wie es danach weiter geht für uns steht noch in den Sternen! Auf jeden Fall wollen wir so lange Boris noch bei uns ist in Zambia bleiben und werden von Lusaka aus entweder Richtung Osten oder Norden fahren.

Fotos vom Chobe NP (einschliesslich Savuti und Riverfront) findet ihr hier und die Fotos vom letzten Eintrag sind hier zu finden: Khutse NP, Khama Rhino Sanctuary.

Wir am Chobe

Wir am Chobe

Zu dritt von Gaborone über den Khutse NP nach Maun

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Hallo ihr Lieben,

viele Grüsse aus Maun / Botswana schicken wir euch! Vor 2,5 Monaten hätten wir niemals gedacht, schon so bald wieder hier in dieser einfachen und unattraktiv hässlichen Stadt (eine „typisch afrikanische“ Stadt also) zu landen. Damals brachen wir hier unsere Tour in die Kalahari aufgrund des Dauerregens ab und fuhren zurück nach Namibia (siehe Bericht ).

Nun sind wir seit einer Woche (4.3.) zu dritt unterwegs, denn Philipps Freund Boris begleitet uns insgesamt drei Wochen! Mit einigen Tafeln Schokoladen, drei Paketen Schwarzbrot und einigen „Bestellungen“ von uns im Gepäck, hat Boris den weiten Weg von Zürich nach Gaborone über Johannesburg auf sich genommen und ist nun auch das erste Mal in Afrika. Wir sammelten ihn am kleinen Flughafen von Gaborone ein und empfingen ihn leider mit viel Regen.

Wir drei im Khutse NP

Wir drei im Khutse NP

Am nächsten Tag fuhren wir los in den Khutse National Park, den südlichsten Zipfel der Kalahari, und stiessen auf strahlend blauen Himmel und Sonnenschein- eine wohltuende Abwechslung zu den vorherigen vier Regentagen in Gaborone (es herrscht immer noch Regenzeit!). Der Khutse NP besteht aus weiten Kalahari- Buschsavannen und flachen Graspfannen, die sich in der Regenzeit mit Wasser füllen. Auf der 5-stündigen Fahrt (anfangs angenehm, dann nur noch schwere Schotterpiste) sahen wir viele Eselskarren und wie immer standen wilde störrische Esel auf den „Strassen“ herum beobachteten uns gleichgültig. Im Khutse NP waren wir insgesamt vier Nächte und hatten, abgesehen von leichten Regenschauern, viel Glück mit dem Wetter. Wir schliefen in zwei verschiedenen Camps und hatten wunderschöne sehr grosse Campingplätze, die in der Nähe von Wasserlöchern (wo man mit etwas Glück Tiere vorfindet)  und grossen „Pfannen“ -flache baumlose Ebenen- gelegen waren. Auf diesen Pfannen, die in der Trockenzeit unbewachsen, in denen jetzt in der Regenzeit jedoch hohes Gras wächst, konnten wir viele Giraffen, Oryxe, Antilopen und Springböcke beobachten.

Tolles Licht im Khutse NP

Tolles Licht im Khutse NP

Die Camps im Khutse sind sehr „einfach“, so hatten wir zwar ein Plumpsklo, aber weder Dusche noch Wasser. Da wir leider nur Trinkwasser dabei hatten, konnten wir uns die ganzen vier Tage nicht duschen und waschen und wir versuchten für den Abwasch Regenwasser aufzufangen. Pures Afrika also! Ein „typischer Tag“ im Nationalpark von uns (uns generell von den meisten) sieht so aus, dass wir zwischen 6h und 7h (spätestens!) morgens einen 1-2 stündigen „Morning- Drive“ unternehmen, auf dem wir im eigenen Auto auf Wegen herumfahren und hoffen, Tiere anzutreffen (besonders beliebt ist natürlich die Suche nach Löwen, Leoparden und Geparden). Nach dieser Fahrt- unabhängig davon ob diese von Erfolg oder Misserfolg gekrönt ist, frühstücken wir dann und gammeln herum. Aufgrund der Hitze am Tag, sind die Tiere vor allem in den Morgen- und frühen Abendstunden anzutreffen, sodass es tagsüber keinen Grund gibt, im Park herumzufahren. Die Tage verbringen wir dann mit Entspannen in der Hängematte (schliesslich müssen wir uns auch mal erholen, haha!), lesen, Kartenspielen (wenn wir ganz motiviert sind), und Stöbern in Reiseführern. Wenn die Ungeduld und packt, fahren wir auch nochmal tagsüber mit Tembo herum, jedoch sind die Fahrten am Mittags in der Regel eher enttäuschend. Gegen spätestens 17h brechen wir dann auf zu unserem „Evening- Drive“ und haben bis spätestens zum Sonnenuntergang- der gegen 19h stattfindet- Zeit, endlich die heiß ersehnten Raubtiere zu entdecken. Beim Sonnenuntergang werden dann die obligatorischen Fotos geschossen und dann geht’s zurück ins Camp um zu kochen. Oft sitzen wir danach noch bei einem Lagerfeuer zusammen, manchmal fallen wir aber auch todmüde um 20h ins Bett, lesen noch ein paar Seiten, und lassen den Tag Tag sein. Eigentlich läuft jeder Tag in einem Nationalpark so ab, sodass es wirklich reicht, 3-4 volle Tage in einem Park zu verbringen (so schön es auch ist!).

Oryxe auf grossen Buschsavannen

Oryxe auf grossen Buschsavannen

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Da das Gras in der Kalahari aufgrund der Regenzeit ziemlich hochsteht, sind die Tiere schwer zu entdecken und wir haben vier Tage keine Löwen gesehen, dabei wollten wir sie Boris doch so gerne zeigen! Auf einem „Morning Drive“ haben wir glücklicherweise einen Gepard entdeckt, den wir wohl bei der Jagd gestört haben. Das war ein fantastisches Erlebnis, da wir bisher noch keinen einzigen Geparden in freier Wildnis gesehen haben. Doch das Schicksal hielt noch eine weitere Überraschung für uns parat: So entdeckten wir auf der Fahrt aus dem Khutse NP heraus, zwei Löwen (ein Weibchen und ein Maennchen) direkt auf der „Strasse“! Wir waren total überwältigt und zutiefst befriedigt, schliesslich hatten wir seit vier Tage auf diesen Moment gewartet! Wir genossen also den Moment mit allen Sinnen, unsere Herzen klopften und wir schossen einige Nahaufnahmen. Glücklich verliessen wir somit am 9.3. den Khutse Nationalpark und brachen auf zum Khama Rhino Sanctuary, das wir nach einer ewig langen 11-stündigen Fahrt abends endlich erreichten.

Löwen im Khutse NP

Löwen im Khutse NP

Hierbei handelt es sich um ein 4300ha grosses Schutzreservat, welches das Überleben der letzten Nashörner in Botswana sichern soll. Im Khama Rhino Sanctuary verbrachten wir zwei Nächte und konnten in den offen liegenden „Pfannen“, neben Vogelstraussen, Zebras, Warzenschweinen und diversen Antilopenarten, einige Nashörner beobachten! In diesem Park leben noch 30 Nashörner, die auch in Botswana stark von Wilderei bedroht sind. Leider regnete es viel und wir verbrachten einen Nachmittag bei Kakao mit Rum im Restaurant, da es so heftig regnete und gewitterte. In diesen Regenstunden planten wir die nächsten zwei Wochen, da wir Boris natürlich so viel wie möglich zeigen möchten! Als wir endlich einen anständigen Plan entworfen hatten, der uns nach dem botswanischen Norden nach Simbabwe und Zambia führen sollte, beehrten uns im Restaurant zwei Tourveranstalter informierten uns, dass es während der Regenzeit in Botswana seit 1954 (!) nicht mehr so viel geregnet hat wie jetzt und wir unsere Pläne über Bord werfen könnten, da die Strassen (v.a. von Savuti hoch nach Kasane) unpassierbar seien und es auch in Zambia und Zimbabwe so heftig regne! Also eine erneute Planänderung die die nächsten zwei Woche angeht!

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Ihr merkt also, die heftige Regenzeit hier im Süden, von der auch Zambia, Zimbabwe und mittlerweile sogar Südafrika betroffen sind, macht es uns im Moment nicht leicht, dorthin zu reisen, wo wir eigentlich hinwollten. Leider sind auch Mana Pools und der Hangwe (beides zwei tolle Parks in Zimbabwe) aufgrund des Regens geschlossen, sodass wir beide Parks für jetzt streichen müssen. Im Moment sieht es so aus, dass wir ab morgen an Philipps Geburtstag (13.3.) zwei Nächte im Savuti campen werden, wo wir im Dezember schon waren und diesen fabelhaften Ort Boris nicht vorenthalten wollten. Von dort aus werden wir versuchen irgendwie an die Chobe Riverfront nach Kasane zu gelangen, entweder direkt oder auf einem Umweg. Von dort werden wir zu den Victoria Falls auf zimbabwischer Seite fahren und hier hört unser Plan auf. Wir werden abwarten müssen, wie es mit dem Regen nächste Woche aussieht und bis dahin ist höchste Flexibilität gefragt! Naja, so üben wir uns wenigstens mal im „Abwarten uns Teetrinken“, eine Fähigkeit, die bei uns beiden leider noch nicht so ausgeprägt ist… Aber wir lassen den Kopf nicht hängen und freuen uns über jeden Sonnenstrahle!

So, hier findet ihr die Fotos aus dem Khutse NP und hier die Bilder aus dem Khama Rhino Sanctuary.   Wir hoffen es geht euch gut und der Frühling ist da!

Im Khutse NP

Im Khutse NP

Ein lohnenswerter Umweg von 1000 km: Von Lesotho über die südafrikanische Wild Coast nach Botswana

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Hallo liebe Leser,

hier sind wir nun wieder in Botswana und geniessen das „wahre Afrika“: rote Erde, Tiere und endlose Weite! Bevor wir jedoch unsere momentane Situation genauer beschreiben, wollen wir euch erst einmal erzählen, was seit dem letzten Eintrag  vor zwei Wochen so passiert ist!

Nach den eher unspektakulären Tagen in Lesothos Hauptstadt Maseru, fuhren wir über Semonkong an die südafrikanische Grenze bei Qacha’s Nek. In Semonkong campten wir zwei Nächte in der Semonkong Lodge und wanderten zum berühmten Maletsunyane Wasserfall. Schon in Malealea, wo wir vor Maseru fünf Nächte blieben, schwärmten uns alle von Semonkong und der Lodge vor, uns persönlich hat es in Malealea jedoch viel besser gefallen. Da Malealea eng mit der Community zusammen arbeitet, waren wir „näher“ an den Menschen dran und konnten mehr von deren Lebensweise mitbekommen, als im noch abgelegeneren Semonkong. Der Wasserfall hat uns aber auch beeindruckt und wir haben den Ausflug hierher, der ja sowieso auf dem Weg lag, nicht bereut.

Wasserfall in Semonkong, Lesotho

Wasserfall in Semonkong, Lesotho

Bei Qacha’s Nek kamen wir problemlos über die Grenze und erhielten leider- doch wie schon erwartet- nur ein südafrikanisches Visum für sieben Tage. Nun mussten wir uns entscheiden: Nehmen wir den langen Umweg von 1000km auf uns und fahren an die Wild Coast, von der Philipp schon immer schwärmt (er war schon 3x dort), oder fahren wir direkt hoch nach Gaborone, Botswana? Da es uns beide irgendwie an die Wild Coast zog, Franzi aus Neugierde und Philipp weil er weiss wie wunderschön und entspannend es dort ist, entschieden wir uns natürlich für den „Umweg“. So fuhren wir los und kamen nach einem 10 stündigen Fahrtag über Mtatha, abends an der Wild Coast an. Während der Apartheid hiess dieses Gebiet, in dem auch Nelson Mandela geboren und aufgewachsen ist, Transkei, wird nun jedoch nur noch als „Wild Coast“ oder wie das Bundesland Eastern Cape genannt.

Wunderschöne Wildcoast

Wunderschöne Wildcoast

Die Wild Coast erstreckt sich über 350km von East London nach Port Edward und zeichnet sich durch freundliche Menschen und eine einmalige Landschaft aus: Hier trifft der wilde Ozean auf grüne, samtig aussehende Hügel, auf denen überall Kühe und Schafe grasen. Gäbe es die vielen bunten runden Xhosa Hütten nicht mit ihren freundlichen Bewohnern und quickenden Schweinen und den täglichen Sonnenschein, könnte man glauben, man befände sich in Irland oder Schottland! Wir verbrachten hier im kleinen Ort Tshani drei Nächte bei Paul und seiner Familie, den Philipp durch Zufall während seines Auslandssemesters 2007 kennen lernte. Der weisse Südafrikaner, mittlerweile 39 Jahre alt,  kam mit 17 Jahren das erste Mal an die einsame Wild Coast, die ihn wohl so beeindruckte, dass er sich hier niederließ und seitdem hier lebt. Als Philipp ihn vor 3 Jahren das letzte Mal in Tshani besuchte, lebte er noch in einer kleinen Hütte ohne Strom und Elektrizität direkt auf einem Hügel am Meer mit seiner Frau und deren Sohn. Heute schmücken mehrere Häuser sein wunderschönes Grundstück, die er auch vermietet. Das Grundstück ist einmalig, es liegt  ganz einsam auf einem Hügel, von dem aus man nur wenige Schritte herunter an einen schönen Strand laufen muss. Mittlerweile gibt es auch fliessendes Wasser hier und in der Küche gibt es Licht! Im Ort gibt es einen Laden, doch Pauls Grundstück ist so weit davon entfernt, dass wir die Tage nur am Meer und auf dem Grundstück verbrachten und die Ruhe genossen. Wir lagen abends spätestens (!) um 20h im Bett und standen zwischen 6h und 7h auf. Tagsüber gingen wir baden, unternahmen Strandspaziergänge und suchten Muscheln, lasen viel, spielten mit den mittlerweile zwei Söhnen und Hunden, und verbrachten Zeit mit Paul und seiner sympathischen Frau. Wir assen Austern, grillten „Cray Fish“ (sieht aus wie ein kleiner Hummer) und tranken kaltes Bier in der Nachmittagssonne- kurz gesagt: Wir genossen das absolute Nichtsstun und waren erstaunt, wie leicht uns dies fiel! Einen Vormittag wollten wir auf dem Mdumbi Fluss Kayak fahren und meldeten uns hierfür voller Vorfreude an. An dem vereinbarten Treffpunkt warteten und warteten wir, doch als nach 1,5 Stunde immer noch niemand mit zwei Kayaks kam, beschlossen wir, dass auch 1,5 keine „afrikanische“Zeit mehr sind. Wir waren das Warten leid und gingen zurück zu unserer kleinen Oase: Pauls Grundstück, wo wir den Tag mit unserer neuen Lieblingsbeschäftigung verbrachten: Dem absoluten Nichtstun! Die Tage waren sehr interessant und wir erhielten einen kleinen Einblick in die Kultur der Xhosa und das Leben in dieser einsamen aber wunderschönen Gegend. Hätten wir nicht unser 7- Tage- Visum gehabt und bald ausreisen müssen, wären wir gerne noch 2-3 Tage länger geblieben.

WIld Coast

WIld Coast

Austern und Cray Fish an der Wild Coast

Austern und Cray Fish an der Wild Coast

Von Tshani aus fuhren wir innerhalb 2,5 Tagen hoch nach Botswana und übernachteten im nicht weiter erwähnenswerten Aliwal North und der etwas grösseren Stadt Bloemfontein (wo wir noch einiges erledigten und abends lecker Pizza assen) und kamen am 26.2. abends erschöpft in Botswana zwischen Lobatse und Gaborone an. Wir nächtigten auf einem Campingplatz, der zu einem Freizeitpark gehörte, und fuhren am nächsten Morgen in den nur 10km entfernten Mokolodi Park, der sich 14km südlich von Botswanas Hauptstadt Gaborone befindet. Im Mokolodi verbrachten wir zwei Tage, die sich vor allem durch Liegen in der Hängematte, Aufräumen des Autos, Schreiben des Blog und Planen der weiteren Reiseroute auszeichneten. Wir unternahmen zwar auch zwei kleine Rundfahrten mit Tembo durch den Park, sahen jedoch nicht viele Tiere (dennoch freuten wir uns endlich einmal wieder zwei Giraffen, drei Strausse und zwei Warzenschweine wiederzusehen!).

Nun sind wir vier Tage in Gaborone (eine weitere ziemlich hässliche afrikanische Stadt!) und warten auf Philipps Freund Boris, der am 4.3. angeflogen kommt, um die nächsten drei Wochen mit uns zu reisen. Mit ihm werden wir als nächstes dann in Botswana den Khutse NP erkunden, der sich am südlichen Zipfel der Khalahari befindet und dann so langsam nach Zimbabwe fahren. Wir freuen uns sehr auf die nächsten Wochen, welche Nationalparks wir jedoch genau besuchen können, steht noch in den Sternen, da einige (wie der Hwange NP oder die Mana Pools in Zimbabwe) eventuell noch wegen der Regenzeit geschlossen haben. Bisher regnet es hier jedoch nicht viel in Botswana und wenn, dann sind es nur kurze Schauer, die schnell von blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein vertrieben werden. Fotos von Semonkong gibt es hier zu sehen und hier die Wild Coast Fotos und Bilder vom Mokolodi NP.

Wir hoffen, dass auch in Deutschland der Frühling sich langsam ankündigt und kleine Frühlingsblumen Kälte und Schnell vertreiben. Wir denken an euch und freuen uns wie immer von euch zu hören/ lesen!

Wir an der Wild Coast

Wir an der Wild Coast